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Handelstag 2026 - Tagwerker, Pollhammer, Künzle, Kopf
© Nussbaumer Photography

Handelstag 2026: Mit Qualität und Kundennähe in die Zukunft

Der Handelsexperte Boris Planer zeigte beim Handelstag der Sparte Handel auf, welche Chancen der Handel von morgen bietet.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 15.10.2026

Persönliche Beratung, Vertrauen und digitale Angebote gemeinsam machen den Unterschied.
Wie sieht die Zukunft des Handels aus? Welche Veränderungen erwarten die Branche und wie können heimische Betriebe diese Entwicklungen für sich nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Handelstag der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Als Vortragender gab Boris Planer, renommierter Handelsexperte, Zukunftsforscher und Speaker des Zukunftsinstituts, Einblicke in die Zukunftsperspektiven der Branche. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt er sich mit Handel, Konsum, Digitalisierung und Zukunftstrends und zählt zu den gefragtesten Experten im deutschsprachigen Raum.

Handel ist mehr als Verkaufen

Planer machte deutlich, dass sich der Handel zunehmend vom reinen Verkaufsort zum relevanten Teil des Alltags entwickeln wird. Digitale Kommunikation, bequeme Angebote und einfache Einkaufsmöglichkeiten werden für Kunden selbstverständlich. Gleichzeitig gewinnen persönliche Beratung, Vertrauen und Begegnung wieder an Bedeutung. Auch beim Thema Einkaufserlebnis gehe es nicht zwangsläufig um Unterhaltung. Während Kunden in manchen Situationen vor allem Schnelligkeit und Einfachheit schätzen, suchen sie in anderen Inspiration, individuelle Beratung oder persönliche Begegnungen. Entscheidend sei, die Bedürfnisse der Menschen zu verstehen und Produkte, Dienstleistungen und Technologie sinnvoll miteinander zu verbinden. „Gerade der stationäre Handel kann seine Stärken ausspielen, indem er Orientierung bietet, Menschen zusammenbringt und lokale Identität stärkt. Die Chance liegt nicht darin, internationale Onlinehändler zu kopieren, sondern eigene Stärken besser auszuspielen“, betonte Carina Pollhammer, Obfrau Sparte Handel, nach Ploners Vortrag.

Klein anfangen, mutig bleiben

Den Handelstreibenden vor Ort gab der Handelsexperte konkrete Empfehlungen mit auf den Weg: Unternehmerinnen und Unternehmer sollten nicht auf die perfekte Zukunftsstrategie warten, sondern Neues ausprobieren, Erfahrungen sammeln und ihre Angebote laufend weiterentwickeln. Ausgangspunkt müsse dabei stets die Frage sein, welche Bedürfnisse die eigenen Kunden haben und warum sie gerade in diesem Geschäft einkaufen sollten. Technologie könne unterstützen, eine klare Positionierung und gute Kundenbeziehungen aber nicht ersetzen.

Qualität und Nähe als Stärken Vorarlbergs

Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Vorarlberg vertritt rund 7.060 Mitgliedsbetriebe in 19 Branchen. Mit 22.376 Beschäftigten, darunter über 1.000 Lehrlinge in 26 Lehrberufen, ist der Handel die drittgrößte Branche des Landes. Der Gesamtumsatz beträgt rund 16,5 Milliarden Euro, die regionale Kaufkraftbindung liegt bei 80 Prozent. Für Spartenobfrau Pollhammer sind diese Zahlen auch ein Beleg für die Bedeutung der heimischen Betriebe: „Der Vorarlberger Handel überzeugt durch Qualität, persönliche Beratung und die Nähe zu seinen Kundinnen und Kunden. Unsere Händlerinnen und Händler verkaufen nicht einfach Waren – sie schaffen Vertrauen, bieten Service und machen unsere Ortszentren und Gemeinden lebendig. Sie ermöglichen Begegnungen, schaffen Arbeitsplätze und übernehmen Verantwortung für die Region. Diese Stärken gilt es zu bewahren und gleichzeitig mutig in die Zukunft zu führen.“ Der Handelstag 2026 zeigte damit deutlich: Wer die Bedürfnisse seiner Kunden versteht, auf Qualität setzt und offen für neue Wege bleibt, kann die Zukunft aktiv mitgestalten.

Bildinformation v.l.: Michael Tagwerker (Geschäftsführer Sparte Handel), Carina Pollhammer (Obfrau Sparte Handel), Harald Künzle (Berufsgruppenobmann Einrichtungsfachhandel), WKV-Präsident Karlheinz Kopf.