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WKV-Präsident Kopf unterstützt Reformforderungen der WKÖ an die Bundesregierung
© Nadine Studeny

Karlheinz Kopf: „Jetzt braucht es Mut zu Reformen"

Die österreichische Wirtschaft zeigt erste Zeichen einer Erholung. Für heuer wird ein Wachstum von rund einem Prozent erwartet. Doch dieses „zarte Wachstumspflänzchen“, wie es WKV-Präsident Karlheinz Kopf formuliert, ist kein Selbstläufer: „Wir unterstützen daher vollinhaltlich die Reformforderungen der WKÖ in Richtung Bundesregierung.“

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Aktualisiert am 20.02.2026

Die WKÖ-Spitze hat heute zahlreiche Reformen von der Bundesregierung eingefordert. Voll Unterstützung kommt dazu aus Vorarlberg. Aus Sicht der Wirtschaftskammer braucht es daher ein klares und umfassendes Reformsignal der Bundesregierung – mit raschen Entlastungen und strukturellen Weichenstellungen.

Im Zentrum steht für die Wirtschaft eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten. Österreich liegt mit rund 29 Prozent deutlich über Deutschland. „Wir müssen mittelfristig auf deutsches Niveau kommen. Alles andere bedeutet einen strukturellen Kostennachteil für unsere Betriebe.“ Ein wesentlicher Schritt sei die Finanzierung der Familienleistungen aus allgemeinen Budgetmitteln statt über Arbeitgeberbeiträge – ohne Kürzungen für Familien. Insgesamt müssten die Lohnnebenkosten um rund fünf Prozentpunkte sinken.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Kopf auch bei Investitionen. Seit 2019 sind diese rückläufig. „Investitionen sichern Wachstum und Arbeitsplätze. Deshalb brauchen wir bessere steuerliche Rahmenbedingungen.“ Gefordert werden eine Erhöhung des Gewinnfreibetrags auf 15 Prozent bis 50.000 Euro, flexiblere Abschreibungen sowie die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 2.500 Euro.

Auch bei den Energiepreisen brauche es Entlastung. „Die Netzkosten sind zu einem zentralen Preistreiber geworden. Wir brauchen wettbewerbsfähige Energiepreise im Gleichklang mit Deutschland, sonst verliert der Standort weiter an Attraktivität.“

Zudem fordert die Wirtschaftskammer konsequenten Bürokratieabbau – kein Gold Plating bei EU-Vorgaben, digitale Verfahren und höhere Buchführungsgrenzen – sowie eine aktive Handelspolitik und gezielte Maßnahmen zur Fachkräftesicherung.

„Österreich hat großes Potenzial. Aber Wettbewerbsfähigkeit ist kein Selbstläufer. Jetzt ist die Zeit für ein breites Reformpaket mit echten Strukturmaßnahmen“, erklärt WKV-Präsident Kopf abschließend.