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Vizepräsidentin Andrea Längle
© Matthias Rhomberg

Pensionssystem ist kein Instrument der Arbeitsmarktpolitik

WKV-Vizepräsidentin Andrea Längle reagiert auf das ORF-Vorarlberg-Interview mit Ingrid Mairhuber, Wiener Expertin für Arbeitsmarktpolitik:

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 08.09.2026

„Das Pensionssystem ist ein subventioniertes Versicherungssystem – aber kein Instrument der Arbeitsmarktpolitik.“

Die schrittweise Angleichung des Pensionsantrittsalters der Frauen an jenes der Männer war aus Gründen der Fairness und der langfristigen Finanzierbarkeit des Pensionssystems notwendig und richtig – auch und gerade für Frauen.
Das bisher niedrigere Antrittsalter hat zu kürzeren Beitragszeiten bei Frauen geführt und war neben anderen Faktoren ein Grund für die deutlich niedrigeren Frauenpensionen. Zuletzt waren mehr als 70 Prozent, die eine Ausgleichszulagen bezogen haben, Frauen. Viele Frauen konnten zudem überhaupt keine eigenständige Pension erwerben.

„Einen direkten Zusammenhang zwischen der steigenden Erwerbslosigkeit von Frauen über 60 und der Anhebung des Pensionsantrittsalters herzustellen, greift zu kurz“, sagt Längle. Seit 2024 wurde das gesetzliche Antrittsalter erst um eineinhalb Jahre angehoben. Gleichzeitig befindet sich Österreich aufgrund der schwachen Konjunktur und der verlorenen Wettbewerbsfähigkeit insgesamt in einer schwierigen Arbeitsmarktsituation.

„Diese Entwicklung kann nicht allein dem Pensionsantrittsalter zugeschrieben werden. Entscheidend ist vielmehr, dass wir angesichts des demografischen Wandels künftig mehr ältere Menschen im Erwerbsleben brauchen werden. Unternehmen werden daher stärker gefordert sein, diese zu beschäftigen und im Arbeitsleben zu halten“, erklärt die WKV-Vizepräsidentin und betont abschließend: „Das Pensionssystem darf nicht zum arbeitsmarktpolitischen Auffanginstrument werden. Wir müssen die Herausforderungen des Arbeitsmarktes dort lösen, wo sie entstehen und gleichzeitig unser Pensionssystem nachhaltig und fair absichern“.