Regulärer Unterricht ab dem ersten Schultag
Betreuungslücken stellen speziell berufstätige Eltern, Alleinerziehende und deren Arbeitgeber vor Herausforderungen.
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In der ersten Schulwoche nach den Sommerferien stehen berufstätige Eltern, Alleinerziehende und deren Arbeitgeber durch fehlende Stundenpläne und verkürzten Unterricht vor besonderen Hürden bei der Betreuung. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg plädiert im Sinne einer besseren Planbarkeit für regulären Unterricht ab dem ersten Schultag.
Neun Wochen Sommerferien sind bald geschafft – die Schulkinder hat es vermutlich gefreut, gleichzeitig standen die Eltern vor einer großen Herausforderung bei der Kinderbetreuung: Bekanntlich stehen den neun Wochen Sommerferien fünf Urlaubswochen, die Angestellte in Österreich durchschnittlich haben, gegenüber. Übers ganze Jahr gesehen kommen bis zu 15 Wochen Ferien zusammen. Arbeiten beiden Elternteile Vollzeit ist das ohne externe Kinderbetreuung und/ oder stabiles familiäres Netz kaum bis nicht zu schaffen; noch problematischer gestaltet sich die Situation für Alleinerziehende. Eine weitere herausfordernde Thematik, die gleich zu Beginn des neuen Schuljahres sichtbar wird, identifiziert Gudrun Petz-Bechter. Die Direktor-Stellvertreterin der WKV erklärt: „Der Schulbeginn im September sollte für alle Beteiligten verlässlich und planbar sein, in der Realität ist es aber so, dass ein geregelter Unterricht erfahrungsgemäß erst Tage nach dem offiziellen Schulstart stattfindet. Nach neunwöchigen Sommerferien sind zusätzliche Betreuungslücken durch unklare Stundenpläne und frühe Unterrichtsenden für viele Familien schwer zu bewältigen.“
Moderne Bildungslandschaft muss Lebensrealität berufstätiger Eltern berücksichtigen
Die Schulen leisten einen wichtigen Bildungsauftrag, der vom ersten Schultag an wirksam werden sollte, der Schulbeginn muss deshalb für alle Beteiligten verlässlich und planbar sein. „Die erste Schulwoche ist Teil des Schuljahres und sollte grundsätzlich regulären Unterricht vorsehen“, unterstreicht auch WKV-Präsident Karlheinz Kopf und führt aus: „Kurzfristige oder sehr eingeschränkte Unterrichtszeiten erschweren die Arbeitsorganisation erheblich. Eine moderne Bildungslandschaft muss aus Sicht der Wirtschaft auch die Lebensrealität berufstätiger Eltern berücksichtigen.“ Zudem brauchen die Arbeitgeber Planungssicherheit für Dienst- und Urlaubspläne, denn viele Beschäftigte müssen für die erste Schulwoche kurzfristig Lösungen organisieren, weiß WKV-Präsident Kopf, der betont, dass „Fachkräftemangel und Personalengpässe verlässliche Rahmenbedingungen wichtiger denn je machen.“
Dazu kommt, dass jährlich wechselnde Nachmittagsunterrichtstage die Planung von Arbeit, Betreuung und Freizeitaktivitäten deutlich erschweren. „Familien mit Kindern, die beruflich aktiv sind, profitieren von möglichst stabilen und langfristig planbaren Stundenplänen“, erklärt Gudrun Petz-Bechter und erklärt weiter: „Auch Unternehmen können Arbeitszeiten besser abstimmen, wenn schulische Strukturen vorhersehbar sind. Das Ziel sollte sein, Änderungen auf ein Minimum zu reduzieren.“
Regulärer Unterricht ab dem ersten Schultag
Für die Vertreter:innen der Vorarlberger Unternehmerschaft ist ganz klar, dass ein regulärer Unterrichtsbetrieb ab dem ersten Schultag nach den Sommerferien das Gebot der Stunde ist. „Wir brauchen möglichst ganztägige bzw. reguläre Unterrichtszeiten bereits in der ersten Schulwoche sowie die frühzeitige Bekanntgabe der Stundenpläne“, fordert der Präsident der WKV. Auch eine „größere Konstanz bei den Nachmittagsunterrichtstagen über mehrere Schuljahre hinweg und ein normaler Unterrichtsbetrieb bis zum Beginn der Sommerferien“, sind laut Karlheinz Kopf wichtige Maßnahmen für mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit und erleichtern die Organisation für Eltern und Arbeitgeber. Für Gudrun Petz-Bechter ist zudem klar, „das verlässliche Stundenpläne ab Schulbeginn längst nicht nur ein bildungspolitisches Thema sind, sondern wichtig für die Planbarkeit in Unternehmen sowie ein Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“
Die WKV spricht sich daher für einen regulären Unterrichtsbetrieb ab dem ersten Schultag, für möglichst stabile Stundenpläne sowie einen verstärkten Dialog zwischen Bildungsdirektion, Schulen, Elternvertretungen und Wirtschaft aus. „Das würde Eltern entlasten und gleichzeitig den organisatorischen Aufwand in den Unternehmen reduzieren“, betonen Kopf und Petz-Bechter abschließend.