Standortgespräche: Impulse für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
Land Vorarlberg und Wirtschaftskammer setzen für einen starken Standort Vorarlberg auf konsequenten Bürokratieabbau, gezielte Investitionen in Forschung und Innovation sowie auf Ausbildung und Lehre.
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Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und WKV-Präsident Karlheinz Kopf betonen: "Gerade jetzt braucht es gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Im Fokus stehen drei zentrale Handlungsfelder: Bürokratieabbau, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Ausbildung und Lehre."
Trotz erster zarter Erholungssignale bleibt die wirtschaftliche Lage herausfordernd. Der erwartete Aufschwung ab 2026 wird moderat und schrittweise verlaufen. Umso wichtiger sind verlässliche Rahmenbedingungen, eine produktivitätsorientierte Wirtschaftspolitik und entschlossenes gemeinsames Handeln von Politik und Wirtschaft.
Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen
Land und Wirtschaftskammer intensivieren ihre Zusammenarbeit beim Bürokratieabbau. Die Anlaufstelle des Landes für Verwaltungsvereinfachung wird mit der Ombudsstelle der WKV verknüpft. Ziel ist es, unnötige Bürokratie zu reduzieren, Verfahren zu beschleunigen und die Planungssicherheit für Betriebe zu erhöhen. Eine politische Steuerungsgruppe begleitet die Umsetzung, WKV-Präsident Karlheinz Kopf bringt dabei die Perspektive der Wirtschaft ein. Künftig setzt Vorarlberg verstärkt auf digitale Prozesse, das Once-Only-Prinzip bei Daten sowie einheitliche Standards in den Bezirkshauptmannschaften. Geprüft wird zudem der Aufbau eines landesweiten Sachverständigen-Teams zur Verbesserung von Verfahrensqualität und Durchlaufzeiten. Parallel dazu werden zentrale Gesetze – darunter Raumplanungsgesetz, Baugesetz und Bautechnikverordnung – mit dem Ziel schlankerer, praxistauglicher Regelungen weiterentwickelt.
Innovation und Forschung gezielt stärken
Vorarlberg soll als moderner Produktions- und Innovationsstandort weiter ausgebaut werden. Investitionen in Digitalisierung, Infrastruktur und Fachkräfte sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Der Ausbau betriebsnaher Forschungsstrukturen – etwa an der FH Vorarlberg, in der Digital Factory Vorarlberg, bei V-Research sowie durch Kooperationen mit der Hochschule St. Gallen – bildet dafür eine zentrale Grundlage. Zudem werden die überbetrieblichen Forschungsstrukturen strategisch neu ausgerichtet, um Synergien besser zu nutzen und die Wirkung öffentlicher Mittel zu erhöhen. Land und Wirtschaftskammer beauftragen WISTO und FH Vorarlberg mit der Erarbeitung klarer F&E-Schwerpunkte, die Mitte 2026 vorgestellt werden sollen – auch mit dem Ziel, zusätzliche Bundesmittel und neue Kooperationen mit der Wirtschaft zu erschließen.
Ausbildung und Lehre als Erfolgsmodell sichern
Die duale Ausbildung bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Sie sichert Fachkräfte, eröffnet jungen Menschen Perspektiven und trägt zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit bei. Um Betriebe – insbesondere KMU – zu entlasten und Lehrabbrüche zu vermeiden, wird im Rahmen des Projekts „Chancenreichstes Land für Kinder“ eine frühzeitige, ganzheitliche Unterstützung für Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe aufgebaut. Neben fachlicher Ausbildung sollen Jugendliche auch sozial begleitet werden, um Ausbildungserfolge nachhaltig zu sichern.
Mit gezielten Reformen, Investitionen und einer starken Partnerschaft von Land und Wirtschaft will Vorarlberg die Voraussetzungen für Wachstum, Innovation und Wohlstand langfristig stärken.