Vorarlberger Handel: Nominelles Plus, real bleibt die Branche unter Druck
Handel steigert Umsatz auf rund 5,2 Milliarden Euro. Einzelhandel stabil, Großhandel deutlich rückläufig.
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Der Vorarlberger Handel zeigt im ersten Halbjahr 2026 ein gemischtes Bild: Nominell steigen die Umsätze um 0,8 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro. Preisbereinigt ergibt sich jedoch ein Rückgang von 2,1 Prozent. „Die Zahlen zeigen, dass die heimischen Handelsbetriebe weiterhin mit einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert sind. Das nominelle Umsatzplus darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass real weniger umgesetzt wird“, sagt Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel.
Der Einzelhandel entwickelt sich vergleichsweise stabil: Die Umsätze steigen nominell um 2,1 Prozent auf rund 2,0 Milliarden Euro, real ergibt sich ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Besonders erfreulich entwickeln sich die Bereiche Spiel und Sport (nominell +6,9 Prozent/ real +9,0 Prozent) sowie Bekleidung und Schuhe (nominell +6,0 Prozent/real +5,3 Prozent).
Deutlich schwieriger ist die Situation im Großhandel. Die Umsätze gehen nominell um 2,5 Prozent, real sogar um 6,4 Prozent zurück. Die Kfz-Wirtschaft entwickelt sich hingegen positiv und verzeichnet ein nominelles Plus von 4,9 Prozent bzw. real 3,7 Prozent. Hingegen können die Branchengruppen Elektro / Möbel / Heimwerkerbedarf (nominell: -10,6 Prozent) und Zeitungen/Bücher (- 4,1 Prozent) die Umsätze im 1. Halbjahr 2026 nicht steigern.
Beschäftigtensituation
Auch am Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt: Die Beschäftigung im Vorarlberger Handel sinkt insgesamt um 1,3 Prozent auf 22.181 Beschäftigte. Während der Einzelhandel (+0,1 Prozent) und die Kfz-Wirtschaft (+1,4 Prozent) Beschäftigung aufbauen, geht sie im Großhandel um 4,8 Prozent zurück. Gleichzeitig steigt die Zahl der Arbeitslosen im Handel um 9,3 Prozent auf 1.813 Personen, während die Zahl der offenen Stellen um 9,7 Prozent auf 476 zurückgeht.
„Die Entwicklung im Großhandel und die Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die wirtschaftliche Situation weiterhin angespannt ist. Jetzt braucht es Entlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen, damit unsere Handelsbetriebe investieren, Arbeitsplätze sichern und ihre wichtige Funktion für die regionale Wirtschaft erfüllen können“, betont die Spartenobfrau und sagt weiters: „Maßnahmen, wie die jüngst in Kraft getreten Verpackungsverordnung sind kontraproduktiv und belasten gerade kleine Handelsbetriebe in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Ein hoher bürokratischer und finanzielle Aufwand bei gleichzeitig überschaubarem Nutzen dämpft nicht nur das wirtschaftliche Ergebnis, sondern auch die Motivation der meist inhabergeführten kleinen und mittleren Handelsbetriebe.“
Der Vorarlberger Handel: Menschen, die machen
Mit der Kampagne „Der Vorarlberger Handel – Menschen, die machen“ rückt die Vorarlberger Sparte Handel die Menschen und die Bedeutung des Handels in den Mittelpunkt. Die Kampagne soll einerseits Menschen für eine Beschäftigung im Handel begeistern, andererseits das Bewusstsein dafür stärken, wie wichtig es ist, in Vorarlberg einzukaufen. Pollhammer: „Denn der Handel ist weit mehr als Einkauf und Verkauf - er schafft Beziehungen, sichert die Versorgung und bringt Regionen in Bewegung. Mit rund 16 Milliarden Euro Jahresumsatz, 4,1 Milliarden Euro Wertschöpfung und bis zu 23.000 Beschäftigten ist der Handel ein zentraler Wirtschaftsfaktor und zugleich ein wichtiger Arbeitgeber in Vorarlberg.“
Dabei bietet der Handel vielfältige Möglichkeiten, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden – von Teilzeit über Gleitzeit und Vollzeit bis hin zur Saisonarbeit. „Der Vorarlberger Handel lebt von den Menschen, die jeden Tag anpacken, beraten, organisieren und dafür sorgen, dass unser Land funktioniert. Diese Menschen und ihre Leistungen wollen wir mit der Kampagne sichtbar machen“, erklärt Spartenobfrau Pollhammer die Botschaft der Initiative.
Infos unter: https://www.dervorarlbergerhandel.at/das-ist-handel