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Wohnbauförderung 2026
© Getty Images

WKV fordert starke Wohnbauförderung: Eigentum sichern, Altersarmut vermeiden und

Vorarlberg braucht eine attraktive und ausreichend hoch dotierte Wohnbauförderung. 

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 25.09.2026

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg appelliert daher an die Landesregierung, die Wohnbauförderung als zentrales Instrument der Wohnungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik zu betrachten und ihre langfristige Bedeutung nicht aus den Augen zu verlieren.

Leistbares Wohnen gehört zu den entscheidenden Zukunftsfragen unseres Landes. Für junge Menschen und Familien stellt sich der Erwerb von Wohneigentum zunehmend schwieriger dar. „Eine ausreichend hohe Dotierung der Wohnbauförderung erscheint unverzichtbar, wenn Eigentum auch künftig für breite Bevölkerungsschichten erreichbar bleiben soll,“ betont Karlheinz Kopf, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Vorarlberg soll sich nicht schleichend zu einem Land entwickeln, in dem Wohneigentum nur noch für wenige leistbar ist und immer mehr Menschen dauerhaft auf Mietverhältnisse angewiesen sind. 

Wichtige sozialpolitische Investition
Die Wohnbauförderung ist eine wichtige sozialpolitische Investition. „Wer im Laufe seines Erwerbslebens Wohneigentum schaffen kann, reduziert seine Wohnkosten im Alter wesentlich und ist nicht mit steigenden Mieten konfrontiert,“ erklärt Petra Kreuzer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Die Förderung von Eigentum ist damit gleichzeitig eine wirksame Maßnahme zur Vermeidung von Altersarmut. Zudem kann eine höhere Eigentumsquote langfristig auch die öffentliche Hand entlasten, wenn weniger Menschen auf Miet- oder Heizkostenzuschüsse angewiesen sind.“ Auch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Wohnraumbedarf in Vorarlberg laut Prognosen weiter steigen wird, während die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren stark eingebrochen ist. „Ein anhaltender Nachfrageüberhang bei kontinuierlicher Unterproduktion wird zwangsläufig auch steigende Mietpreise zur Folge haben“, führt Kreuzer fort.

„Gleichzeitig ist die Wohnbauförderung weit mehr als ein finanzieller Zuschuss – sie ist ein bedeutender konjunkturpolitischer Hebel und zentraler Stabilisator in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten“, streicht Kopf hervor. Investitionen in den Wohnbau lösen unmittelbar Aufträge für Bauwirtschaft, Handwerk, Planer, Zulieferer und zahlreiche weitere regionale Betriebe aus. „Im Bau- und Baunebengewerbe sowie in vor- und nachgelagerten Branchen hängen viele Arbeitsplätze, Lehrstellen und regionale Wertschöpfungsketten direkt an einer stabilen Wohnbauförderung“, führt Kopf weiter aus. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der Baukosten wieder an die öffentliche Hand zurückfließt. „Mehr als 40 Prozent der Errichtungskosten im Neubau entfallen unmittelbar oder mittelbar auf Steuern und Abgaben – jeder Euro an Wohnbauförderung kommt damit in mehrfacher Hinsicht dem Land selbst wieder zugute“, verdeutlicht Kopf. Wohnbauförderungsmittel sind somit nicht nur Ausgaben des Landes, sondern lösen zusätzliche Wertschöpfung, Beschäftigungssicherung und öffentliche Einnahmen aus.

Weniger Wohnbau bedeutet noch weniger Beschäftigung
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wäre es der falsche Weg und ein verheerendes Signal, aktuell bei den Mitteln für die Wohnbauförderung zu sparen. Im Gegenteil: Eine verlässliche und ausreichend ausgestattete Wohnbauförderung schafft Planungssicherheit, mobilisiert private Investitionen und unterstützt die regionale Bauwirtschaft. „Wir erleben seit Jahren eine spürbare Zurückhaltung bei privaten Investitionen. Ohne Stärkung der Wohnbauförderung wird eine Verbesserung der Baukonjunktur nicht gelingen. Das wird weiterhin direkte Auswirkungen auf Beschäftigung und den Unternehmensbestand haben“, erklärt Kopf. „Wir haben in den vergangenen drei Jahren einige Bauträger verloren, darunter solide Betriebe, welche schon lange am Markt agiert haben. Weitere stehen mutmaßlich mit dem Rücken zur Wand. Wenn die öffentliche Hand hier nicht beginnt stärker gegenzusteuern, verschärft sich die Situation weiter,“ betont Kreuzer. „Denn weniger Wohnbau bedeutet weniger Aufträge, weniger Beschäftigung und eine Verzögerung bei der dringend benötigten Wohnraumerrichtung in Vorarlberg.“

Wohnbauförderung mit ausreichenden Mitteln
Die Wirtschaftskammer Vorarlberg fordert die Landesregierung daher auf, die Wohnbauförderung mit ausreichend Mitteln auszustatten, diese langfristig finanziell abzusichern und so auszugestalten, dass insbesondere junge Menschen, Familien und der Mittelstand realistische Chancen auf Wohneigentum haben. Für die Sicherstellung ausreichender Wohnbaufördermittel mitentscheidend ist aus Sicht der Wirtschaftskammer Vorarlberg, dass die Einnahmen aus dem Wohnbauförderungsbeitrag und Rückflüsse aus Wohnbauförderdarlehen verbindlich für ihren Zweck, nämlich die Förderung und Schaffung von leistbarem Wohnraum, eingesetzt werden. Herausfordernde Situationen benötigen zudem kreative Lösungsansätze – dabei sollte auch die situationsbedingte Auslagerung auf eine Fremdfinanzierung der Wohnbaufördermittel als Überbrückungslösung seitens des Landes nicht ungeprüft bleiben. 

Die Wohnbauförderung ist keine kurzfristige Fördermaßnahme. Sie ist eine Investition in leistbares Wohnen, soziale Sicherheit, Eigentumsbildung und vor allem auch die wirtschaftliche Zukunft Vorarlbergs. „Wir appellieren an die Landesregierung, die langfristige Bedeutung der Wohnbauförderung nicht aus den Augen zu verlieren und nicht am falschen Ort zu sparen“, sagt Kopf abschließend.