WKV-Präsident Karlheinz Kopf warnt vor nationalem Sonderweg bei Klimazielen
Klimapolitische Alleingänge beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit, nützen aber wenig gegen die globale Entwicklung.
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„Die Klimaveränderung findet sicht- und spürbar statt und es sind sowohl Maßnahmen zur Eindämmung dieser Entwicklung, wie auch solche zur Anpassung unserer Lebensumstände an die veränderten Bedingungen erforderlich.“ Dennoch warnt WKV-Präsident Karlheinz Kopf vor einem nationalen Alleingang: Das geforderte Vorziehen der Klimaneutralität um zehn Jahre gegenüber dem EU-Ziel 2050 schaffe keinen zusätzlichen europäischen Klimanutzen, brächte aber für unseren Wirtschaftsstandort erhebliche Nachteile.
Entscheidend sei, dass Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gedacht werden. „Wenn Österreich strengere Vorgaben als der europäische Binnenmarkt vorgibt, drohen Wettbewerbsverzerrungen zulasten unserer Unternehmen. Betriebe sehen sich dann mit höheren Kosten und zusätzlichen Investitionsanforderungen konfrontiert, während Unternehmen in anderen EU-Staaten länger unter den weniger strengen europäischen Rahmenbedingungen wirtschaften können“, sagt der WKV-Präsident.
Nach einer aktuellen Studie von Eco Austria sind die volkswirtschaftlichen Folgen des vorgezogenen nationalen Ziels erheblich: Bei einem nationalen Vorziehen der Klimaneutralität um zehn Jahre würde das reale BIP 2040 je nach Szenario um 1,7 bis 2,6 Prozent niedriger ausfallen als im Basisszenario des EU-Ziels 2050. Das entspricht einem Verlust an Wirtschaftsleistung von 8,5 bis 13 Milliarden Euro.
„Wer das europäische Klimaziel in Österreich um zehn Jahre vorzieht, riskiert eine vorzeitige Entwertung bestehender Investitionen und zusätzliche Kosten für Unternehmen und Haushalte. Die Folge sind Einbußen bei Wirtschaftsleistung und Beschäftigung – ohne dass damit automatisch ein zusätzlicher Klimanutzen verbunden ist. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage müssen wir darauf achten, Klimaschutz so zu gestalten, dass unser Standort wettbewerbsfähig bleibt“, erklärt WKV-Präsident Karlheinz Kopf.