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WKV Direktor Julian Fässler
© Matthias Rhomberg

WKV: Weniger arbeiten, aber denselben Wohlstand? Diese Rechnung geht nicht auf!

„Österreich braucht mehr Wertschöpfung, nicht weniger Arbeitsvolumen“, stellt Julian Fässler, Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg, klar.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 09.09.2026

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg weist die Forderung des Gewerkschaftsrates nach genereller Arbeitszeitverkürzung zurück: Bei Arbeitskräftemangel und schwacher Produktivitätsentwicklung ist weniger Arbeit der falsche Weg. „Wer weniger arbeiten will, muss auch sagen, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Wohlstand entsteht nicht durch Arbeitszeitverkürzung, sondern durch Wertschöpfung und Produktivität“, sagt WKV-Direktor Julian Fässler

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die durchschnittliche tatsächlich geleistete Arbeitszeit ist in Österreich bereits massiv zurückgegangen. 2025 lag sie laut den verfügbaren Daten bei nur noch rund 29,4 Stunden pro Woche – deutlich weniger als vor der Pandemie. Österreich hat damit bereits eine erhebliche Verkürzung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit erlebt.

Fässler: „Vor diesem Hintergrund eine weitere generelle Arbeitszeitverkürzung zu fordern, ist wirtschaftspolitisch schlicht widersinnig. Gleichzeitig fehlen in vielen Branchen Arbeitskräfte und die Produktivitätszuwächse sind deutlich schwächer als in früheren Jahrzehnten. Wer jetzt pauschal weitere Arbeitszeit verkürzt, verschärft den Arbeitskräftemangel und reduziert die wirtschaftliche Leistung.“

Besonders problematisch sei die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Steigen die Lohnkosten pro Arbeitsstunde schneller als die Produktivität, verteuert sich die Produktion und Österreich verliert im internationalen Wettbewerb an Boden.
 „Man kann nicht dauerhaft weniger Arbeitsstunden leisten, gleichzeitig höhere Löhne und mehr Sozialleistungen verlangen und dabei so tun, als würde die Wertschöpfung automatisch gleichbleiben. Diese Rechnung geht nicht auf“, findet der WKV-Direktor deutliche Wort. Die zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe lautet deshalb nicht, die vorhandene Arbeitszeit immer weiter zu reduzieren. Sie lautet: Produktivität erhöhen, Arbeitskräfte mobilisieren und Leistung attraktiver machen. Darüber sollten, so Fässler, die Gewerkschaftsfunktionäre nachdenken.