Zwischen Kostendruck und KI-Boom: Sparte Information und Consulting zeigt stabile Entwicklung und klare Wachstumserwartungen
Die Unternehmen der Sparte Information und Consulting in Vorarlberg zeigen sich im Jahr 2025 insgesamt stabil und gut positioniert. Trotz eines weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds konnte die Branche ihre Entwicklung fortsetzen und blickt mit Zuversicht auf das kommende Jahr.
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Mit einem nominellen Umsatzplus von +3,7 Prozent (real +1,2 Prozent) präsentiert sich die Sparte robust. Die aktuelle Auftragslage wird im Durchschnitt mit 2,5 gut bewertet. Für 2026 erwarten die Betriebe eine weitere positive Entwicklung und ein Umsatzwachstum von +6,8 Prozent.
„Die Unternehmen der Sparte Information und Consulting beweisen ihre hohe Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft. Trotz Kostendruck bleibt die Branche klar wachstumsorientiert und setzt starke Impulse für die Zukunft“, betont Spartenobmann Dieter Bitschnau.
Im österreichischen Branchenvergleich zeigt sich ein insgesamt positives Bild, insbesondere bei Finanzdienstleistern (+9,8 Prozent), Immobilien- und Vermögenstreuhändern (+8,0 Prozent) sowie Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (+7,2 Prozent), die besonders zuversichtlich in das kommende Jahr blicken.
Für 2026 rechnen die Betriebe mit moderaten Verkaufspreisanpassungen von rund +3,1 Prozent, die vor allem auf steigende Arbeitskosten zurückzuführen sind. Rund 30 Prozent der Vorarlberger Unternehmen nennen diesen Faktor als wesentlich (Österreichschnitt: 31 Prozent), insbesondere auf steigende Löhne, Gehälter und Lohnnebenkosten. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigungsentwicklung positiv: Die Unternehmen planen einen Zuwachs von +4,8 Prozent.
Neben den Arbeitskosten wirken auch gesetzliche Änderungen (12 Prozent), Energiepreise (7 Prozent) sowie Rohstoffe und Vorleistungen (9 Prozent) als Kostentreiber, wobei einzelne Teilbereiche wie Abfallwirtschaft, Druck sowie Buch- und Medienwirtschaft stärker betroffen sind. Als zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre sehen die Betriebe Steuern und Abgaben (67 Prozent), Bürokratie (61 Prozent), Wettbewerbsintensität (54 Prozent) sowie Arbeitskosten, Cybersicherheit und digitale Transformation (je 43 Prozent), wobei diese Themen zunehmend aktiv in den Unternehmen adressiert werden und in strategische Weiterentwicklung einfließen.
Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber und Herausforderung
Ein wesentliches Zukunftsfeld bleibt der digitale Wandel, insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Bereits 75 Prozent der Betriebe nutzen KI oder befinden sich in konkreter Vorbereitung (davon 44 Prozent im Einsatz und 31 Prozent in Test- oder Planungsphase). Besonders stark ausgeprägt ist die Nutzung in der Werbung mit 86 Prozent, während im gesamtwirtschaftlichen Vergleich rund 30 Prozent der Unternehmen KI einsetzen.
Die größten Potenziale sehen die Betriebe in der Textgenerierung und Übersetzung (79 Prozent) sowie in der Recherche (76 Prozent). Weitere wichtige Anwendungsfelder sind Text-, Bild- und Spracherkennung (55 Prozent) sowie Datenanalyse und Mustererkennung (46 Prozent). Gleichzeitig bestehen Herausforderungen insbesondere in Datenschutz und rechtlichen Unsicherheiten (46 Prozent), fehlender interner Expertise (39 Prozent) sowie in Datenverfügbarkeit und -qualität, während 23 Prozent der Unternehmen die Einführungskosten als Hürde sehen.
Parallel gewinnt das Thema digitale Souveränität weiter an Bedeutung: Für über 90 Prozent der Betriebe sind Datenhoheit, Cybersicherheit und digitale Kompetenzen zentrale Erfolgsfaktoren, während rund 60 Prozent eine Abhängigkeit von nicht-europäischen IT-Anbietern wahrnehmen.
Die Sparte Information und Consulting umfasst in Vorarlberg die Bereiche Abfallwirtschaft, Finanzdienstleister, Werbung- und Marktkommunikation, Unternehmensberater, Buchhaltungsunternehmen, IT-Dienstleister, Druck, Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Buch- und Medienwirtschaft, Versicherungsmakler sowie Telekommunikations- und Rundfunkunternehmen.
„Unsere Branche ist stabil, wachstumsorientiert und klar digital geprägt: Entscheidend wird sein, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Innovationskraft erhalten bleibt und der Standort im internationalen Wettbewerb nicht an Dynamik verliert“, schließt Bitschnau.