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Eine lächelnde Person in einer gepunkteten Bluse sitzt an einem Tisch und blickt auf ein Handy, das sie hält. Auf dem Tisch sind ein Bildschirm, eine Tastatur sowie ein aufgeklapptes Notizbuch
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Website oder Instagram - was bringt Aufträge?

Im Gespräch mit Armin Rogl von der Agentur MediaBrothers

Lesedauer: 4 Minuten

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15.05.2026

Was bringt wirklich Aufträge? 

Ein cooler Instagram-Auftritt, die klassische Website oder doch lieber persönliche Empfehlungen?

Viele Wege können zu neuen Aufträgen führen. Doch entscheidend ist weniger der Kanal als die Klarheit dahinter.

Armin Rogl von der Agentur MediaBrothers erklärt, warum Positionierung der wichtigste Hebel ist und wie man sie sichtbar macht. 

Armin Rogl
© Armin Rogl

Website oder Instagram – was bringt mehr Aufträge?

Die ehrlichste Antwort darauf ist eine Gegenfrage: Von wem möchte ich Aufträge bekommen – und was biete ich konkret an? Denn oft liegt die eigentliche Herausforderung gar nicht beim Kanal. Viele setzen große Erwartungen in Plattformen wie Instagram oder die eigene Website. Dabei zeigt die Praxis: Beide können sehr gut funktionieren – wenn klar ist, wofür man steht und wen man ansprechen möchte. 

Es braucht also zuerst eine klare Positionierung?

Ja – und das ist kein „Einschränken“, sondern ein Schärfen. Bevor man über Kanäle oder Optimierungen nachdenkt, lohnt sich ein Schritt zurück: Für wen möchte ich arbeiten? Diese Klarheit fällt nicht immer leicht – gerade weil viele bewusst vielseitig arbeiten möchten. Gleichzeitig zeigt sich: Eine klare Positionierung macht Angebote greifbarer und damit deutlich leichter buchbar. Häufig führt das nicht zu weniger, sondern zu passenderen Anfragen. 

Wie setzt man das auf Website und Social Media um?

Ein guter Auftritt verbindet Ästhetik mit Orientierung. Ein starkes Portfolio ist selbstverständlich – ebenso wichtig ist aber, dass Angebot und Persönlichkeit sichtbar werden. Kund:innen entscheiden nicht nur nach Bildern, sondern auch nach Gefühl: Wie arbeitet diese Person? Passt das zu mir? Hier darf – und soll – man sich zeigen. Nicht inszeniert, sondern authentisch. Und ganz praktisch: Der Weg zur Kontaktaufnahme sollte möglichst einfach sein.  

Wie wird man online besser gefunden?

Sichtbarkeit entsteht dort, wo Menschen konkret suchen. Das geschieht zunehmend über KI-gestützte Systeme, die in Suchmaschinen integriert sind. Diese greifen stark auf Foren und Plattformen wie etwa Reddit zurück. Deshalb hilft es, Begriffe zu verwenden, die reale Anfragen via KI-System widerspiegeln – zum Beispiel: „Suche Hochzeitsfotografin in Wien für Mai“. Kreative Bezeichnungen wie „FotoArt“ klingen schön, sind aber für Suchsysteme – und damit auch für potenzielle Kund:innen – oft zu allgemein. Ein klar benanntes Angebot macht es leichter, gefunden zu werden. 

Wichtigster Tipp für Social Media?

Kontinuität ist meist wirkungsvoller als Perfektion. Ein einfacher Redaktionsplan kann hier viel Druck rausnehmen. Lieber regelmäßig gute, relevante Inhalte als selten perfekte. Zwei Beiträge pro Woche sind ein realistischer Rahmen. Und: Nicht jeder Beitrag muss verkaufen. Inhalte, die inspirieren, Einblicke geben oder Wissen teilen, bleiben oft länger im Gedächtnis. 

Kann bezahlte Werbung fehlende Aktivität ersetzen?

Nicht wirklich. Werbung kann verstärken, was bereits gut funktioniert – sie ersetzt es aber nicht. Bei klaren, zeitlich begrenzten Angeboten, wie Mini-Shootings oder saisonalen Aktionen, kann sie sinnvoll sein. Die Basis bleibt jedoch immer ein stimmiger, überzeugender und regelmäßig aktualisierter Auftritt. 

Verbessert eine große Followerzahl die Sichtbarkeit?

Schön, sie zu haben – entscheidend ist aber etwas anderes: die Qualität der Interaktion. Wenn Beiträge gespeichert, geteilt oder kommentiert werden und daraus Anfragen entstehen, ist das ein sehr gutes Zeichen. Eine kleinere, aber passende Community ist oft wertvoller als große Reichweite ohne Resonanz. Viele passive Follower signalisieren geringe Relevanz. Aktivität hingegen wird vom Algorithmus belohnt. 

Wie wichtig ist der Austausch mit der Community?

Sehr wichtig – und gleichzeitig etwas, das im Alltag leicht untergeht. Persönliche Antworten, echtes Interesse und ein wertschätzender Dialog machen einen großen Unterschied. Das muss nicht perfekt sein, aber ehrlich. Ein wenig Zeit dafür einzuplanen, zahlt sich langfristig aus. 

Dein wichtigster Tipp zum Schluss?

Website und Instagram ergänzen sich ideal: die Website als stabile Basis, Instagram für Aktualität und Einblicke. Wenn beides nicht möglich ist, darf man sich auch bewusst für einen Kanal entscheiden – und diesen gut pflegen. Und bei all dem Digitalen nicht zu vergessen: Persönliche Weiterempfehlung ist nach wie vor der stärkste Faktor. Zufriedene Kund:innen sind oft die beste – und nachhaltigste – Form von Marketing. 

Danke für das Gespräch, Armin! 


Armin Rogl ist Agenturchef, Sprecher und Coach. An Social Media reizen den ehemaligen Ö3-Moderator die niederschwellige Kommunikation und Interaktion dieses sich ständig verändernden Mediums. Mit seiner Digitalagentur MediaBrothers kreiert er seit 15 Jahren Kampagnen für Kunden wie Penny, XXXLutz oder klimaaktiv. Sein Motto: Turning Likes to Loyalty. www.arminrogl.com

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