11 Leuchttürme für Wien
Die neue Zukunftsvereinbarung der Wirtschaftskammer Wien mit der Stadt Wien zeichnet den Weg für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt bis 2030.
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Wien ist wirtschaftlich gut unterwegs. Die Wirtschaftsleistung wächst seit Jahren schneller als der österreichische Durchschnitt, die Beschäftigung ist auf Rekordniveau, die Gründungsdynamik ist ungebrochen. Wien ist die unangefochtene Hauptstadt der heimischen Start-up-Szene, der Forschung und der Finanzwirtschaft. Und Wien kann auch als Tourismusmagnet, im alteingesessenen Gewerbe, als Handelszentrum sowie in Industrie und Logistik beeindruckende Werte vorweisen.
"Wir gehen in Wien einen etwas anderen Weg, nämlich den der Zusammenarbeit und des Dialogs."

Walter Ruck
Präsident der Wirtschaftskammer Wien
Weg der Zusammenarbeit
„Der Wirtschaftsstandort Wien entwickelt sich besser als Gesamtösterreich, weil es uns gelungen ist, seine Heterogenität zu stärken. Die Vielfalt der Unternehmensgrößen und in der Branchenverteilung lassen uns schwierige Zeiten besser verkraften und Chancen nutzen”, erklärte Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck bei der Unterzeichnung der Zukunftsvereinbarung 2026 bis 2030, die die WK Wien mit der Stadt Wien in den vergangenen Monaten als gemeinsames Arbeitsprogramm ausgearbeitet hat. „Wir gehen in Wien einen etwas anderen Weg, nämlich den der Zusammenarbeit und des Dialogs”, sagte Ruck. Die Zukunftsvereinbarung sei verschriftlichter Ausdruck dessen und Wegweiser für die weitere positive Entwicklung der Stadt und des Wirtschaftsstandorts.
WK Wien errichtet neue Schule
„Besonders wichtig ist mir dabei das Projekt der Vienna Digital School, einer neuen IT-HTL für Wien”, sagte der Wiener Wirtschaftskammer-Präsident. Sie soll dringend benötigte Fachkräfte in den Bereichen der Informationstechnologie und Digitalisierung ausbilden. Die neue HTL soll mit den Schuljahr 2029/30 starten, im Vollausbau Platz für 600 Schülerinnen und Schüler bieten und jährlich rund 100 top-qualifizierte IT-Fachkräfte hervorbringen. Der Standort im 12. Bezirk ist bereits fixiert.
Elf gemeinsame Leuchtturmprojekte
Die Vienna Digital School ist eines von elf Leuchtturmprojekten, die sich WK Wien und Stadt Wien gemeinsam vorgenommen haben, um Wien wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Weitere Leuchtturmprojekte betreffen etwa die Zukunftsthemen Künstliche Intelligenz, Robotik, E-Mobilität im Wirtschaftsverkehr und klimafitte Beschattungen für Altbau-Gebäude.
Gemeinsam gegen Leerstand
Eine deutlich engere Zusammenarbeit haben WK Wien und Stadt auch beim Leerstandsmanagement vereinbart - eine Herausforderung, der sich viele Geschäftsstraßen und -viertel wegen des wachsenden Drucks durch den ausländischen Online-Handel und steigende Geschäftslokalmieten stellen müssen. Konkret geht es hier um den Aufbau und die Weiterentwicklung einer Leerstandsdatenbank durch die Wirtschaftsagentur Wien. Sie soll eine belastbare Datengrundlage über verfügbare Flächen und Nutzungssituationen liefern. Die WK Wien wird hier mit ihrem umfangreichen Wissen, ihren Erfahrungen und Daten unterstützen. Auch bei der Gründungsberatung, wo beide Seiten verschiedene Angebote bereithalten, ist eine engere Vernetzung geplant, von der das Unternehmertum profitieren wird.
Entsteht eine neue Metropolregion?
Deutlich über den Wiener Tellerrand hinaus reichen soll das gemeinsame Projekt Metropolregion. Geplant sind intensivierte Städtepartnerschaften mit Wirtschaftszentren im Nahbereich Wiens, also etwa mit Prag, Brünn, Bratislava und Budapest. In dieser Region leben rund zehn Millionen Menschen. Stadt und WK Wien sehen darin ein erhebliches Potenzial. Ziel dieses Leuchtturmprojekts ist es daher, diese Städte noch stärker als innovationsstarken und zukunftsorientierten Wirtschaftsraum in Europa zu positionieren, seine internationale Sichtbarkeit zu erhöhen, bestehende Kooperationsfelder gezielt und nachhaltig weiterzuentwickeln sowie neue Potenziale für eine vertiefte Zusammenarbeit zu identifizieren und zu erschließen.
Ludwig will Chancen schaffen
„Der Erfolg Wiens beruht auf Innovation, Zusammenhalt und einer starken Partnerschaft zwischen Stadt und Wirtschaft”, stellte der Wiener Bürgermeister, Michael Ludwig, bei der Vorstellung der elf Leuchtturmprojekte klar. „Mit unserer Zukunftsvereinbarung setzen wir konkrete Projekte um, die den Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken - von der Vienna Digital School über das Wiener Robotik Labor bis zur gezielten Positionierung Wiens als führenden KI-Standort”, so Ludwig. Gleichzeitig werde in die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte und in die Weiterentwicklung der Wiener Grätzel investiert. „Damit schaffen wir Chancen für Unternehmen, Beschäftigte und die nächste Generation”, sagte Ludwig. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sei ganz wichtig für die Lösung kommender Herausforderungen.
IT-FACHKRÄFTE
Wiens digitale Talente bekommen einen neuen Standort: Mit der Vienna Digital School (VDS) entsteht in Wien eine neue IT-HTL inklusive IT-Fachschule im Umfeld des Euro Plaza im 12. Bezirk für über 600 Schülerinnen und Schüler. Sie soll junge Menschen gezielt auf digitale Berufsfelder vorbereiten und zugleich die Fachkräftebasis verbreitern. Die Schwerpunkte liegen unter anderem auf Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Data Science und erneuerbaren Energiesystemen. Hinzu kommt eine intensivierte Zusammenarbeit mit Unternehmen, um noch stärker an den Anforderungen des Standorts ausgerichtet zu sein.
LEERSTANDSMANAGEMENT
Ein datenbasiertes Leerstandsmanagement soll dazu beitragen, Leerstände früher sichtbar zu machen und Nutzungschancen besser zu erkennen. Ziel ist es, Maßnahmen zur Belebung von Geschäftsstraßen und Grätzeln fundierter zu unterstützen und damit die lokale Wirtschaft zu stärken. Die Datenbasis soll in einem gemeinsamen Prozess mit der Wirtschaftsagentur Wien weiterentwickelt werden. Damit wird Leerstandsmanagement als Instrument der Standortentwicklung verstanden, nicht nur als reine Bestandsaufnahme.
STÄDTEPARTNERSCHAFTEN
Die bestehenden Städtepartnerschaften Wiens in der Region Mittel-, Ost- und Südosteuropa sollen um eine wirtschaftliche Komponente erweitert werden. Dazu sollen bilaterale Beziehungen weiter vertieft und der direkte Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft ausgebaut werden. Ergänzend soll eine Konferenz mit ausgewählten Städten in Zentral- und Südosteuropa den strategischen Austausch zu Zukunftsthemen vertiefen, gemeinsame Initiativen fördern und die Vernetzung der Metropolregionen stärken.
UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN
Ziel ist es, vorhandene Kompetenzen am Standort Wien besser zu verbinden und Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen entlang unterschiedlicher Entwicklungsphasen gezielter zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur um Information, sondern um nachvollziehbare Begleitung, abgestimmte Angebote und einen besseren Informationsfluss zwischen den beteiligten Stellen. So soll der Weg von der Idee bis zur Umsetzung klarer und anschlussfähiger werden.
WIENER ROBOTIK LABOR
Das Wiener Robotik Labor ist als Kompetenzzentrum für moderne Robotik und Automatisierung angelegt. Stadt Wien und Wirtschaftskammer Wien bekennen sich zur nachhaltigen Finanzierung. Das Labor soll eine hochwertige technische Infrastruktur bereitstellen, die von Schulen, HTL, Hochschulen und der Erwachsenenbildung genutzt werden kann. Damit wird ein Ort mit Zugang zu zeitgemäßer Technologie geschaffen und ein Bereich gestärkt, der für Industrie, Produktion, Dienstleistungen und Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
Mit dem Wiener KI-Ökosystem - von Infrastruktur bis Wissen und Kompetenz - soll ein Umfeld gestärkt werden, in dem Künstliche Intelligenz wirtschaftlich sinnvoll genutzt und weiterentwickelt werden kann. Konkret vorgesehen sind ein gemeinsamer KI Economy Report mit Angebotsmonitoring, innovativen Entwicklungen und Wertschöpfungseffekten.
LEHRE
Die Lehre soll noch stärker an den künftigen Fachkräftebedarf angebunden werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie qualitätsvolle betriebliche Ausbildung in strategischen Zukunftsbranchen gezielt unterstützt werden kann. Dabei geht es insbesondere um die Bereiche Digitalisierung, Technik, Energie, Green Jobs, Kreislaufwirtschaft, Gesundheit und Life Sciences. Ergänzt wird das durch bessere Orientierung, stärkere Sichtbarkeit der Lehre als Bildungs- und Karriereweg, Unterstützung für Lehrbetriebe und Investitionen in die Ausbildungsqualität.
E-MOBILITÄT
Mehr Infos zum Projekt
GREEN ECONOMY
Green Economy soll als zentrales Zukunftsfeld des Standorts weiterentwickelt werden. Der Vienna Green Economy Report soll künftig stärker in die Wiener Klimaallianz eingebettet werden und als gemeinsame Grundlage für Schwerpunktsetzungen, Initiativen und Pilotprojekte dienen. Im Vordergrund steht dabei, Beiträge von Unternehmen, öffentlichen Investitionen und kommunalen Maßnahmen sichtbar zu machen und daraus konkrete nächste Schritte abzuleiten.
WIENER SONNENSCHUTZ
Mit dem „Wiener Sonnenschutz“ soll ein Standarddesign für Außenbeschattung im Altbau entwickelt werden. Ziel ist eine praxistaugliche Lösung, die Hitzeschutz, leistbare Umsetzung und den sensiblen Umgang mit dem Stadtbild miteinander verbindet. Wenn ein abgestimmtes Standarddesign verwendet wird, sollen Verfahren in Schutzzonen deutlich erleichtert werden. Damit verbindet das Projekt Klimaanpassung mit konkreter Entlastung für Betriebe.
UNTERNEHMERTUM
Wien intensiviert die serviceorientierte Zusammenarbeit mit Unternehmen. Ziel sind nachvollziehbarere Abläufe und frühzeitige Orientierung bei Investitionen, Genehmigungen und betrieblichen Vorhaben. Dafür sollen bestehende Strukturen besser abgestimmt, digitale Schnittstellen geprüft und erste Pilotinitiativen umgesetzt werden. Ergänzend soll ein gemeinsames Monitoring der Betriebsflächen dazu beitragen, Entwicklungsperspektiven in einer wachsenden Stadt frühzeitiger zu erkennen und zu sichern.