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Mag. Martin Puaschitz (Obmann Fachgruppe UBIT Wien)
© Foto Weinwurm

Digitale Souveränität Österreichs darf nicht an hohen Strompreisen scheitern

Angesichts der bevorstehenden Präsentation der nationalen Industriestrategie plädiert die UBIT Wien für eine konsequente Verknüpfung von Energie-, Digital- und Industriepolitik sowie mutige Signale für die Zukunft Österreichs.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 14.01.2026

Angesichts der bevorstehenden Präsentation der nationalen Industriestrategie plädiert die UBIT Wien für eine konsequente Verknüpfung von Energie-, Digital- und Industriepolitik sowie mutige Signale für die Zukunft Österreichs. 

 Ein Industriestrompreis ist nicht nur für klassische Produktionsbetriebe, sondern gerade für energieintensive digitale Infrastrukturen wie Rechenzentren ein entscheidender Wettbewerbsfaktor

Die jüngste Forderung von WKO-Präsidentin Martha Schultz nach einem Industriestrompreis ist aus Sicht der UBIT Wien ein richtiger und notwendiger Schritt, um Österreich als Innovations- und Produktionsstandort zu stärken. Die UBIT Wien sieht darin eine Chance, den Blick auf digitale Infrastrukturen und energieintensive Zukunftsbranchen zu schärfen. „Digitalisierung und Industriepolitik dürfen nicht getrennt gedacht werden. Ein Industriestrompreis ist nicht nur für klassische Produktionsbetriebe, sondern gerade für energieintensive digitale Infrastrukturen wie Rechenzentren ein entscheidender Wettbewerbsfaktor“, weiß Martin Puaschitz, Obmann der UBIT Wien. „Die kommende Industriestrategie muss zeigen, dass Österreich die Zukunftstechnologien ernst nimmt – dazu gehört ein Industriestrompreis, der Investitionen und Planungssicherheit schafft.“

IT-Branche braucht wettbewerbsfähige Energiepreise

Im Vordergrund müssen digitale Souveränität, Resilienz und Versorgungssicherheit für Österreich stehen. Ein wettbewerbsfähiger Industriestrompreis ist kein Subventionsgeschenk, sondern eine Standortnotwendigkeit und eine zentrale Voraussetzung für Digitalisierung, IT-Wertschöpfung und datenbasierte Geschäftsmodelle. Das gilt insbesondere für energieintensive digitale Infrastrukturen wie Rechenzentren. Diese können ein zentraler Wachstumsmotor für Österreich im internationalen Wettbewerb sein – allerdings nur mit kalkulierbaren Strompreisen. Ohne leistbaren Strom verliert Österreich nicht nur Produktionskapazitäten, sondern auch digitale Innovationskraft. Die kommende Industriestrategie muss den Herausforderungen der Energie- und Digitalisierungsoffensive gerecht werden – und ein starkes Signal für Innovation und Investition setzen. Gerade Rechenzentren spielen eine Schlüsselrolle, um Österreichs digitale Souveränität langfristig abzusichern – als Rückgrat von Verwaltung, Wirtschaft und Innovation.

Klare Investitionssignale jetzt notwendig

„Österreich braucht nicht nur eine moderne Industrie-, sondern auch eine zukunftsfähige Digitalpolitik, um im internationalen Wettbewerb um Daten, Innovation und Wertschöpfung bestehen zu können“, so Puaschitz. Digitalisierung ist Voraussetzung für die Transformation aller Branchen: Industrie, Handel, Energie, Mobilität und Verwaltung sind auf IT-Leistungen angewiesen. Ein Industriestrompreis wirkt daher multiplikativ und darf nicht bei klassischen Industrien enden. Wer Digitalisierung ernst nimmt, muss auch der IT-Branche wettbewerbsfähige Energiepreise ermöglichen.

Fachgruppe UBIT Wien
 Mit rund 28.000 Mitgliedern ist die Wiener Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) die größte Fachgruppe Österreichs. Sie vertritt die Anliegen und Interessen der Mitglieder, die mittlerweile für rund 15 Prozent der Wiener Wirtschaftsleistung verantwortlich sind. Als Servicestelle und Branchennetzwerk veranstaltet die Fachgruppe auch regelmäßig Informationsveranstaltungen und Weiterbildungsseminare. Zudem setzt sie sich dafür ein, Wien als attraktiven Standort für wissensbasierte Dienstleistungen zu etablieren und die breite Öffentlichkeit über den Wert der Leistungen ihrer Mitglieder zu informieren.