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Rückenansicht einer Person in einem schwarzen Oberteil, die mit der rechten Hand ein Mikrofon vor den Mund hält und mit dem linken Zeigefinger auf Publikum deutet, das ihr gegenüber ist
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Kultureuro in Wien: Freizeitwirtschaft warnt vor höheren Ticketpreisen

Die Wiener Freizeitwirtschaft lehnt den kolportierten Kultureuro ab und warnt vor höheren Ticketpreisen und Folgen für Vereine.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 10.09.2026

Die Wiener Freizeit- und Eventbranche lehnt den kolportierten „Kultureuro“ ab. Die zusätzliche Abgabe zugunsten der Stadt auf Tickets und Eintrittskarten würde nach Einschätzung der Branche das Leben der Wienerinnen und Wiener verteuern. Veranstalter müssten die Abgabe auf die Ticketpreise aufschlagen.

Gerti Schmidt fasst die Kritik so zusammen: „Stadt erhöht die eigenen Einnahmen auf Risiko der Unternehmer und Kosten der Bewohner.“

 Wir alle laufen Gefahr, dass viele Veranstaltungen, die Wien ausmachen, künftig nicht mehr stattfinden können.

Alle öffentlichen Veranstaltungen wären betroffen

Von einer solchen Steuer wären alle öffentlichen Veranstaltungen in Wien und damit auch alle Bewohner der Stadt betroffen.

Hier trifft es jede einzelne Wienerin und jeden Wiener - und das in Zeiten der allgemeinen Teuerung. Jedes Konzert, jede Theatervorführung, jeder Ball oder jedes Vereinsfest, das Karten verkauft, wird dadurch teurer“, so Gerti Schmidt, Obfrau der Fachgruppe der Freizeitbetriebe in der Wirtschaftskammer Wien.

Zehn Prozent oder mehr vom Ticketpreis angedacht

Für Schmidt ist klar, dass ein solcher Kultureuro nicht nur das Leben der Wienerinnen und Wiener treffen würde, sondern auch das Überleben einzelner Veranstaltungen.

Wenn wir hören, dass hier zehn Prozent oder sogar noch mehr vom Ticketpreis angedacht sind und wir wissen, wie knapp Veranstalter mit ihren Ticketpreisen kalkulieren müssen, ist klar: Das kann sich oft nicht ausgehen. Da werden Besucher wegbleiben und damit viele Events nicht mehr kostendeckend sein können. Geschweige denn ein Gewinn für die Veranstalter sein.“

Vereine und weitere Branchen könnten betroffen sein

Damit ginge laut Schmidt nicht nur die Geschäftsgrundlage vieler Veranstalter verloren, sondern auch die Finanzierungsgrundlage vieler Vereine im Freizeitsektor.

„Viele Sportclubs etwa bessern ihre Jahresbudgets durch Veranstaltungen wie einen jährlichen Ball auf. Bleiben dort dann die Gäste aus, weil sie sich die Tickets nicht mehr leisten können, trifft das die Vereine direkt. Und wenn diese Feste dann wegfallen trifft das alle beteiligten Branchen: Vom Locationbetreiber, über die Caterer und vielen weiteren Zulieferern bis hin zu den Taxis.“

Risiken für Veranstalter und das Wiener Freizeitangebot

Abschließend hält Schmidt fest: „Hier holt sich die Stadt Zusatzeinnahmen, denn sie verdient vom ersten Ticket an. Die Wienerinnen und Wiener müssen tiefer in die Tasche greifen und die Veranstalter haben ein höheres Risiko, dass sie es nicht in die Gewinnzone schaffen. Und wir alle laufen Gefahr, dass viele Veranstaltungen, die Wien ausmachen, künftig nicht mehr stattfinden können. Und damit wird das Angebot der Kultur- und Freizeitstadt Wien eingeschränkt.

Gerti Schmidt
© Claudia Blake Hier trifft es jede einzelne Wienerin und jeden Wiener - und das in Zeiten der allgemeinen Teuerung. Jedes Konzert, jede Theatervorführung, jeder Ball oder jedes Vereinsfest, das Karten verkauft, wird dadurch teurer“, so Gerti Schmidt