Zum Inhalt springen
Zwei Personen in Arbeitskleidung mit Helmen stehen in einer Recyclinganlage und unterhalten sich. Sie halten eine Sprühflasche und ein Stück Altkarton in den Händen. Eine Person deutet in eine Richtung.
© auremar

Müll wird Rohstoff: Wiens Entsorgungsbranche ist Schlüssel für Kreislaufwirtschaft und Energieversorgung

Zum Internationalen Tag der Müllabfuhr am 17. Juni betont Helmut Ogulin von der WK Wien die zentrale Bedeutung der Wiener Abfallwirtschaft für Klimaschutz, Rohstoffgewinnung, Energieversorgung und Standortqualität.

Lesedauer: 4 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 15.06.2026

Übermorgen ist der Internationale Tag der Müllabfuhr. Die Wiener Abfallwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der urbanen Infrastruktur und Wirtschaft. Sie ist weit mehr als das Leeren von Tonnen. Sie ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und treibt Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Energieversorgung voran.
Drei Viertel der Umsätze in der Branche werden von privatwirtschaftlichen Unternehmen erwirtschaftet. Gleichzeitig sichert ein Arbeitsplatz in der Abfallwirtschaft zusätzlich 1,64 weitere Jobs in Österreich. Damit ist die Abfallwirtschaft nicht nur ein Teil der Daseinsvorsorge, sondern auch ein wichtiger Beschäftigungs- und Wertschöpfungsfaktor.

Die Wiener Entsorgungsbetriebe sind die Rohstoffschürfer der Zukunft, indem sie wertvolle Rohstoffe aus Altstoffen wiedergewinnen.

Weniger Restmüll trotz wachsender Stadt 

Die Wiener Abfallwirtschaft ist das Herzstück der Kreislaufwirtschaft und sorgt für ein gutes Zusammenspiel von Klimaschutz, Energieversorgung und Lebensqualität in der Stadt. „Trotz der steigenden Einwohnerzahl konnte das spezifische Restmüllaufkommen pro Kopf in Wien seit 2015 um 15 Prozent gesenkt werden“, sagt Helmut Ogulin, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien. 

10 Millionen Tonnen Abfall jährlich in Wien 

Rund 10 Millionen Tonnen Abfall fallen jährlich in Wien an. Ein Großteil davon kommt aus Bau, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen. Die Wiener Entsorgungsunternehmen verfügen über leistungsfähige Anlagen, um diese Stoffströme zum überwiegenden Teil vor Ort zu behandeln und zu verwerten. Der Haushaltsmüll ist nur ein Teil davon. Lediglich zwei Prozent der Abfallmenge sind den gefährlichen Abfällen zuzuordnen.

Entsorgungsbetriebe als Rohstoffschürfer der Zukunft

„Die Wiener Entsorgungsbetriebe sind die Rohstoffschürfer der Zukunft, indem sie wertvolle Rohstoffe aus Altstoffen wiedergewinnen“, betont Ogulin. Trotz Bevölkerungswachstum sanken die Emissionen der Branche in den Jahren 2005 bis 2023 um zwei Prozent.

Recycling als Standortvorteil für Wien 

In Österreich werden rund 34 Prozent des gesamten Abfallaufkommens recycelt. Besonders hoch sind die Recyclingraten bei der stofflichen Verwertung von Metall-, Papier- und Glasabfällen. Dieses Niveau wird auch in Wien erreicht. Kreislaufwirtschaft ist damit ein entscheidender Standortvorteil für die rohstoffarme Metropole Wien.

Wien bei getrennter Sammlung im europäischen Spitzenfeld 

Die getrennte Sammlung funktioniert in Österreich sehr gut. Wien liegt im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten auf dem ausgezeichneten dritten Platz. 

Restmüll liefert Fernwärme und Strom

Außerdem deponiert Wien keinen kommunalen Siedlungsabfall mehr. Restmüll wird thermisch verwertet und liefert Fernwärme sowie Strom. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Energieversorgung der Stadt.

Wichtige Kennzahlen der Wiener Abfallwirtschaft 

  • 2,73 Mrd. Euro Umsatz 
  • 1,32 Mrd. Euro Wertschöpfung 
  • 12.020 abgesicherte Arbeitsplätze

Branche stärker in Klima-, Energie- und Rohstoffstrategien einbinden

„Wer Kreislaufwirtschaft will, muss Entsorgungsbetriebe stärken“, sagt Ogulin abschließend. „Als Rohstoffschürfer der Zukunft muss die Branche systematisch in Klima-, Energie- und Rohstoffstrategien eingebunden werden.“

Hinweis
Zum Internationalen Tag der Müllabfuhr
Der 17. Juni würdigt weltweit die Arbeit von Müllentsorgern. Der Aktionstag geht auf den US-Amerikaner John D. Arwood zurück. Der Geschäftsführer von Arwood Waste war selbst Müllmann und wollte weltweit mehr Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche schaffen.
Helmut Ogulin
© Georg Wilke „Trotz der steigenden Einwohnerzahl konnte das spezifische Restmüllaufkommen pro Kopf in Wien seit 2015 um 15 Prozent gesenkt werden“, sagt Helmut Ogulin, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien.