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Zwei Personen in Arbeitskleidung mit Helmen stehen in einer Recyclinganlage und unterhalten sich. Sie halten eine Sprühflasche und ein Stück Altkarton in den Händen. Eine Person deutet in eine Richtung.
© auremar

Wiener Abfallwirtschaft sichert 12.000 Jobs und 2,73 Milliarden Euro Umsatz

Die Branche ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Wien: Laut aktueller Studie schafft die Wiener Abfallwirtschaft 1,32 Milliarden Euro Wertschöpfung, stärkt die Kreislaufwirtschaft und trägt zu Klimaschutz, Energieversorgung und Lebensqualität bei.

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Aktualisiert am 04.05.2026

Die Wiener Abfallwirtschaft ist ein Milliardenfaktor für Wien und ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Das zeigt die aktuelle Studie „Die Abfallwirtschaft Wiens als Triebfeder für wirtschaftlichen Erfolg“, die im Auftrag der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der Wirtschaftskammer Wien erstellt wurde.

Ein Arbeitsplatz in der Wiener Abfallwirtschaft sichert österreichweit 1,64 weitere Jobs.

 „Die Wiener Abfallwirtschaft ist das Herzstück der Kreislaufwirtschaft und damit unverzichtbar für das Zusammenspiel von Klimaschutz, Energieversorgung und Lebensqualität“, sagt Tobias Olbrich, Branchensprecher der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien.

2,73 Milliarden Euro Umsatz und rund 12.000 Arbeitsplätze

Die Studie zeigt die starke wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Drei Viertel des Branchenumsatzes werden von privatwirtschaftlichen Betrieben erwirtschaftet, ein Viertel entfällt auf kommunale Entsorger in Wien.
Insgesamt erzielt die Wiener Abfallwirtschaft 2,73 Milliarden Euro Umsatzerlöse, generiert 1,32 Milliarden Euro Wertschöpfung und sichert rund 12.000 Arbeitsplätze.
„Ein Arbeitsplatz in der Wiener Abfallwirtschaft sichert österreichweit 1,64 weitere Jobs“, betont Olbrich die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche.

Weniger Restmüll trotz wachsender Bevölkerung

Wien zeigt laut Studie, dass Wachstum und Ressourcenschonung kein Widerspruch sind. Trotz stark steigender Bevölkerungszahlen, insbesondere in den vergangenen 20 Jahren, konnte das spezifische Restmüllaufkommen pro Kopf seit 2015 um rund 15 Prozent gesenkt werden.
Damit trägt die Wiener Abfallwirtschaft nicht nur zur wirtschaftlichen Stärke der Stadt bei, sondern auch zu Klimaschutz, Ressourcenschonung und Lebensqualität. 

Entsorger als Rohstoffschürfer der Zukunft 

„Die Wiener Entsorgungsbetriebe sind die Rohstoffschürfer der Zukunft. Sie gewinnen wertvolle Sekundärrohstoffe aus Altstoffen zurück und leisten damit einen zentralen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“, sagt Peter Hodecek, Vertreter der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement und Vizepräsident von Recycling Europe.
Die Emissionen der Branche sanken trotz Bevölkerungswachstum in den Jahren 2005 bis 2023 um zwei Prozent. In der Klimabilanz entspricht das einer Einsparung von 311.000 Tonnen CO2.
Zusätzlich liefert die Abfallverbrennung in Wien Fernwärme und Ökostrom. Sie ist damit ein wichtiger Baustein für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung.
In Österreich werden 34 Prozent des gesamten Abfallaufkommens recycelt. Besonders hoch sind die Recyclingraten bei Metall-, Papier- und Glasabfällen, auch in Wien.
Die getrennte Sammlung funktioniert österreichweit sehr gut. Wien liegt im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten auf dem dritten Platz.
Eine leistungsfähige Kreislaufwirtschaft ist damit ein klarer Standortvorteil für die rohstoffarme Metropole Wien.

Entrümpler erwirtschaften rund 350 Millionen Euro Umsatz

In einer Großstadt wie Wien kommt den Entrümplern eine besondere Rolle zu. Gründe dafür sind häufigere Wohnungswechsel, kleinere Wohnflächen und begrenzte Lagermöglichkeiten.
Die Entrümpler erwirtschaften laut Studie rund 350 Millionen Euro Umsatz.
Auch der Straßen- und Winterdienst ist ein essenzieller Teil der Branche. Nur dadurch ist eine verlässliche Abfallentsorgung ganzjährig möglich. Während früher die Schneeräumung im Fokus stand, gewinnt heute zunehmend die Bekämpfung von Glatteis und Nässe an Bedeutung.
„Wer Kreislaufwirtschaft will, muss Entsorgungsbetriebe stärken“, unterstreicht Olbrich. 

Branche fordert stärkeren Einsatz von Sekundärrohstoffen

Die Branche fordert, dass Sekundärrohstoffe bei öffentlichen Bauprojekten stärker eingesetzt werden.
Zudem verweist sie auf die hohe Arbeitsintensität der Abfallwirtschaft. Steigende Lohn- und Energiekosten gefährden Betriebe, weshalb die Reduktion der Lohnnebenkosten als wichtiger erster Erfolg gesehen wird.
Als Rohstoffschürfer der Zukunft müsse die Branche systematisch in Klima-, Energie- und Rohstoffstrategien eingebunden werden. Das sei eine Grundlage für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.