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Portrait einer sanft lächelnden Person mit Sonnenbrillen in Fahrerkabine eines Lastkraftwagens sitzend, die Arme verschränkt am Lenkrad abstützend, im Hintergrund verschwommen weitere parkende Lastkraftwagen
© Dusko | stock.adobe.com

Wiener Spediteure gegen Paketabgabe: Ausnahme für Paketboxen und Paketshops gefordert

Die geplante Paketabgabe von 2 Euro pro Sendung stößt bei den Wiener Spediteuren auf klare Ablehnung. Sie warnen vor Folgen für Logistikbranche, Wirtschaftsstandort, Betriebe und Arbeitsplätze und fordern eine Gleichstellung von Click & Collect, Paketboxen und Paketshops.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 12.06.2026

Die Wiener Spediteure lehnen die geplante Paketabgabe von 2 Euro pro Sendung ab und fordern eine Abkehr von diesem Vorhaben. Die neue Abgabe schade nicht nur der Logistikbranche, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort Österreich.
Besonders kritisch ist aus Sicht der Wiener Spediteure, dass die Bundesregierung laut Wirkungsfolgenabschätzung selbst von einem deutlichen Rückgang der Paketmenge ausgeht. Demnach soll die Zahl der Pakete um 4 Prozent beziehungsweise um rund 5,6 Millionen Sendungen pro Jahr sinken.
„Die Paketabgabe ist der falsche Weg. Sie belastet nicht nur die Logistikbranche, sondern den gesamten Wirtschaftsstandort“, sagt Jürgen Bauer, Obmann der Wiener Fachgruppe Spedition und Logistik. „Eine vorsätzlich verursachte Reduzierung der Sendungsmenge gefährdet Betriebe und Arbeitsplätze.“ 

Wenn der Gesetzgeber Click & Collect von der Paketabgabe ausnimmt, dann muss diese Logik auch für betreiberunabhängige Paketstationen und Paketshops gelten.

Ausnahme für Click & Collect muss auch für Paketboxen gelten

Aus Sicht der Wiener Spediteure ist die vorgesehene Ausnahme für Click & Collect nicht konsequent durchdacht. Wer online bestellt und die Ware beim Händler selbst abholt, soll keine Paketabgabe zahlen.
Diese Logik müsse auch für betreiberunabhängige Paketboxen und Paketshops gelten. Wer online bestellt und sein Paket außer Haus an einer zentralen Abholstelle übernimmt, dürfe gegenüber der Abholung im Geschäft nicht schlechtergestellt werden.
„Wenn der Gesetzgeber Click & Collect von der Paketabgabe ausnimmt, dann muss diese Logik auch für betreiberunabhängige Paketstationen und Paketshops gelten“, sagt Bauer. „Auch dort wird gebündelt zugestellt, es gibt keine Haustürzustellung und die letzte Wegstrecke übernimmt der Kunde selbst. Eine Gleichstellung wäre daher nur konsequent.“ 

Paketboxen stärken klimafreundliche urbane Logistik

Die Wiener Spediteure verweisen auf den Masterplan Urbane Logistik der Stadt Wien. Dieser sieht Paketboxen im sogenannten Hausschlapfen-Radius als wichtiges Instrument einer klimafreundlichen letzten Meile vor.
Öffentlich zugängliche, betreiberunabhängige Paketboxen können fehlgeschlagene Zustellversuche und unnötige Leerfahrten vermeiden. Zugleich lassen sich Zustellfahrten bündeln, wodurch Verkehr und Emissionen reduziert werden können. 

Gebündelte Zustellung kann CO2-Emissionen deutlich senken

„Wer Paketboxen im sogenannten Hausschlapfen-Radius politisch will, darf diese Form der gebündelten Außer-Haus-Zustellung nicht steuerlich schlechterstellen als Click & Collect“, betont Bauer. „Sonst bremst man genau jene Lösungen, die Verkehr vermeiden und Emissionen senken.“
Studien zu urbaner Logistik zeigen, dass durch gebündelte Zustellung an zentrale Abholpunkte die CO2-Emissionen auf der letzten Meile je nach Konzept um etwa 25 bis 35 Prozent reduziert werden können.
Aus Sicht der Wiener Spediteure wäre eine Erweiterung der Ausnahme für Paketboxen und Paketshops daher ökologisch folgerichtig, technologieneutral und standortpolitisch sinnvoll.


Jürgen Bauer, Obmann der Wiener Spediteure
© Florian Wieser „Wenn der Gesetzgeber Click & Collect von der Paketabgabe ausnimmt, dann muss diese Logik auch für betreiberunabhängige Paketstationen und Paketshops gelten“, sagt Jürgen Bauer, Obmann der Wiener Fachgruppe Spedition und Logistik