WorldSkills 2026: Team Wien holt Bronze in Shanghai
Vier Tage lang trat das achtköpfige Team Wien bei den WorldSkills 2026 in Shanghai an. Die Talente erzählen von ihren Erlebnissen.
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Tarek Begeta ist wieder zurück in Wien. Der 21-jährige IT-Netzwerk- und Systemadministrator hat aufregende Tage hinter sich: Er war Teil des Teams Wien bei den WorldSkills 2026 in der chinesischen Metropole Shanghai und führte bei der groß inszenierten Eröffnungsfeier das gesamte österreichische Team mit seinen 48 Jungfachkräften fahnenschwingend in die riesige Wettkampfhalle.
Tarek Begeta über den Druck im Wettbewerb
„Das Gefühl, einer der besten Jungfachkräfte zu sein, ist unbeschreiblich. Wir sind alle junge Talente, manche sind noch in der Schule, andere arbeiten schon. Auch zu sehen, wie andere Kulturen sich ausbilden, ist einfach super“, schwärmt Begeta. Der Druck im Wettbewerb sei enorm gewesen, „aber du hast keine Zeit, dir darüber Gedanken zu machen. Du hast deine fünf Stunden, und da ist nichts anderes im Kopf als die Angabe.“ Man wisse nicht einmal, wie viel Uhr es ist, bis jemand neben einem steht mit dem Schild „ten minutes left“.
Vorbereitung und Stimmung in der Wettkampfhalle
Die Aufgabe sei für die Besten der Welt gemacht, „da musst du dich vorbereiten. Wenn du nur mit halbem Wissen herkommst, wird sich das nicht ausgehen unter diesem Zeitdruck. Es dürfen dir fast keine Fehler passen, wenn du wirklich was erreichen willst“, sagt der IT-ler.
„Unbeschreiblich“ sei die Stimmung in der Wettkampfhalle, alle applaudieren für alle. „Sobald ein Skill fertig ist, geht ganz Österreich zum nächsten Skill und es wird immer lauter“, erzählt Begeta. „Die Atmosphäre ist wirklich super. Ich würde jedem empfehlen, sich das anzuschauen, wenn die WorldSkills wieder in Europa sind. Das mitzuerleben, ist unbeschreiblich“, schwärmt der Wiener.
Jonas Leitner über die Ehre Österreich zu vertreten
Jonas Leitner ging im Beruf Stuckateur und Trockenbau an den Start. „Ich bin auf jeden Fall sehr erleichtert, dass das alles jetzt vorbei ist, und natürlich bin ich auch stolz auf mich“, erzählt er unmittelbar nach seinem letzten Wettkampfmodul. „Natürlich denkt man im Nachhinein, dass man vieles anders machen hätte können, aber ich habe trotzdem mein Bestes gegeben. Die Stimmung war enorm, jeder war motiviert und die Besucher haben für einen gejubelt. Mir war es eine Riesenehre, Österreich in meinem ,Skill’ zu vertreten“, erzählt Leitner.
Bronze und Medal for Excellence für Wiener Talente
Letztlich hat der Wiener Jonas Baltuska eine Bronze-Medaille errungen, er lernt Optoelektronik an der HTL Mödling. Nicht am Stockerl, aber wegen ihrer starken Leistung mit einer „Medal for Excellence“ ausgezeichnet, wurden Abdulkadir Özen (Digital Construction) und Valentina Otzelberger (Konditorin). Alle anderen schafften es unter die Top 20 der Welt in ihrem Beruf.
Valentina Otzelberger tritt trotz Fieber an
„Die WorldSkills in Shanghai waren die intensivste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt“, erzählt Otzelberger nach ihrer Rückkehr nach Wien. „Schon am Tag vor dem Wettbewerb bekam ich Fieber und hatte Angst, dass ich nach all den Monaten Training nicht zeigen kann, was ich eigentlich kann. Sobald ich aber an meinem Arbeitsplatz stand, hat mich das Adrenalin getragen.“ Sie sei körperlich nicht fit gewesen, wollte aber trotzdem jede Aufgabe so gut wie möglich umsetzen. „Besonders stolz war ich auf meine Pralinen, sie haben am Ende so schön geglänzt, dass man sich darin spiegeln konnte“, schwärmt die Konditorin.
Otzelbergers Schoko-Schaustück zur Hälfte zusammengebrochen
Und es wurde dramatisch: „Etwa 15 Minuten vor der Abgabe am ersten Tag ist die Hälfte meines Schoko-Schaustücks zusammengebrochen. Ich habe kurz durchgeatmet und versucht, die Teile in der verbleibenden Zeit wieder zusammenzusetzen. Erst als der Wettbewerbstag vorbei war, sind die Tränen gekommen“, erinnert sich Otzelberger.
„Meine Expertin und ich haben danach beschlossen, diesen Tag abzuhaken und am nächsten noch einmal alles zu geben. Als ich am Ende auch mein letztes Schaustück sicher abgestellt hatte, war die Erleichterung riesig.“
Dass sie nach all dem mit einer „Medal for Excellence“ nach Hause kam, bedeute ihr unglaublich viel. „Ich bin stolz, Österreich vertreten zu haben, und werde diese extrem intensive Zeit mit Team Austria nie vergessen.“