Angola und Namibia beschleunigen milliardenschweres Baynes-Wasserkraftprojekt
Strategisches Projekt für die Energiesicherheit
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Angola Namibia Energiewirtschaft Erneuerbare EnergienAngola und Namibia intensivieren die Realisierung des binationalen Baynes-Wasserkraftwerks am Kunene-Fluss mit neuer Entschlossenheit. Das auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar veranschlagte Infrastrukturprojekt soll die Energieversorgung beider Länder langfristig sichern und die regionale Stromintegration im südlichen Afrika stärken. Bei einem Treffen in Luanda am 16. Oktober 2026 berieten die Energieminister beider Staaten über den Zeitplan, die Finanzierung sowie die noch ausstehenden administrativen Voraussetzungen, damit das Projekt von der Planungsphase in die Bauphase übergehen kann.
Angolas Minister für Energie und Wasser, João Baptista Borges, betonte die strategische Bedeutung des Vorhabens für beide Nachbarländer. Ziel der Gespräche sei es gewesen, einen klaren Fahrplan festzulegen und die noch offenen Aufgaben auf Regierungsseite zu identifizieren, damit die Bauarbeiten so rasch wie möglich beginnen können. Das Baynes-Projekt ist mit einer installierten Leistung von 600 Megawatt (MW) geplant. Die erzeugte Energie soll gleichmäßig zwischen den beiden Partnerstaaten aufgeteilt werden, sodass Angola und Namibia jeweils 300 MW erhalten. Der geplante Damm entsteht an der Grenze zwischen Angola und Namibia. Der Hauptstandort liegt rund 185 Kilometer flussabwärts des Wasserkraftwerks Ruacana sowie etwa 48 Kilometer von den Epupa-Fällen entfernt. Die beiden Regierungen wollen die Investitionskosten zu gleichen Teilen tragen. Während die Hauptanlage gemeinsam finanziert wird, sollen begleitende Infrastrukturmaßnahmen wie Zufahrtsstraßen und Stromleitungen separat von den jeweiligen Ländern umgesetzt werden.
Stärkung des regionalen Strommarktes
Die im Kraftwerk erzeugte Energie soll nicht nur den nationalen Bedarf decken, sondern auch den regionalen Stromhandel innerhalb des Southern African Power Pool (SAPP) fördern. Das Projekt steht zudem in engem Zusammenhang mit dem im April 2026 unterzeichneten Stromverbundabkommen zwischen Angolas nationalem Übertragungsnetzbetreiber und dem namibischen Energieversorger NamPower. Die geplante Stromverbindung soll den Energieaustausch zwischen beiden Ländern erleichtern und die Integration in das südafrikanische Verbundnetz stärken.
Die Idee zur Nutzung des Wasserkraftpotenzials am Kunene-Fluss wird bereits seit den 1990er-Jahren untersucht. Spezifische Machbarkeitsstudien für den Standort Baynes begannen im Jahr 2008. Einen wichtigen Meilenstein markierte die Unterzeichnung eines zwischenstaatlichen Umsetzungsabkommens im November 2024, das den institutionellen Rahmen für die gemeinsame Entwicklung des Projekts schuf.
Trotz der erzielten Fortschritte bleiben die endgültige Finanzierung sowie weitere vorbereitende Maßnahmen entscheidende Voraussetzungen für den Baustart. Ein konkreter Termin für den Beginn der Bauarbeiten wurde bislang noch nicht bekannt gegeben.
Wirtschaftliche Impulse erwartet
Nach seiner Fertigstellung soll das Baynes-Wasserkraftwerk die Stromerzeugungskapazitäten beider Länder deutlich erhöhen und die Abhängigkeit von externen Stromlieferungen verringern. Darüber hinaus werden während der Bauphase zahlreiche Arbeitsplätze sowie Geschäftsmöglichkeiten für lokale Unternehmen erwartet. Auch andere Wirtschaftssektoren wie Landwirtschaft, Tourismus, Transport und Industrie könnten von einer stabileren Energieversorgung profitieren. Für österreichische Unternehmen eröffnet das Projekt interessante Marktchancen, insbesondere in den Bereichen Wasserkrafttechnologie, Energieübertragung und -verteilung, Umwelt- und Ingenieurdienstleistungen, Tunnel- und Spezialbau, Automatisierungs- und Leittechnik sowie bei der Lieferung von Ausrüstungen für den Kraftwerks- und Netzausbau.
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