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Fortschritte beim EU–Australien-Freihandelsabkommen

Durchbruch in Sicht: Kompromisssuche zwischen Marktzugang, Agrarschutz und geopolitischen Interessen

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Australien
Stand: 05.12.2025

Nach jahrelangen Verhandlungen und zwei gescheiterten Anläufen gibt es neue Bewegung in den Gesprächen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien.

Das Abkommen war bisher an Differenzen im Agrarbereich gescheitert. EU-Kommissar Maroš Šefčovič nahm in Australien am CPTPP–EU Trade and Investment Dialogue teil und traf Handelsminister Don Farrell, um die Verhandlungen über ein EU–Australien-Freihandelsabkommen weiter voranzubringen. Laut Šefčovič könnte ein Durchbruch in naher Zukunft möglich sein, auch wenn mehrere Monate bis zum endgültigen Abschluss erforderlich bleiben. Premierminister Anthony Albanese und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterhielten sich am Rande des G20-Gipfels ebenfalls über das Abkommen.

Australien fordert besseren Marktzugang für Rind- und Lammfleisch in der EU, während europäische Bauern Wettbewerbsnachteile durch günstigere Importe befürchten. Laut dem irischen EU-Abgeordneten Seán Kelly, Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland, könnte eine phasenweise Öffnung des Marktes in Kombination mit einem Überprüfungsmechanismus und möglichen Kompensationen eine Einigung erleichtern. Die EU wiederum erwartet sich, dass Australien unter anderem Abgaben bei der Einfuhr von Luxusautos abschafft.

Ein Hindernis ergibt sich durch das im Vorjahr abgeschlossene Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, das in der EU zusätzliche Sensibilitäten im Agrarbereich auslöst.

Kelly betonte, dass eine weitere Verzögerung die Verhandlungen um mindestens fünf bis zehn Jahre zurückwerfen würde. Auch von australischer Seite gibt es verstärkte politische Unterstützung für den Abschluss, da das Abkommen den Zugang zu einem Markt von über 450 Mio. Konsument:innen sichern und gleichzeitig europäische Investitionen in Australien erleichtern würde.

Für Österreich und die EU ist das Abkommen von strategischer Bedeutung: Es würde nicht nur Handelshemmnisse abbauen, sondern auch die Zusammenarbeit in den Bereichen nachhaltige Energie, kritische Rohstoffe und Digitalisierung stärken. Einfacher könnte der Beitritt Australiens zur EU-Forschungskooperation Horizon klappen. Ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich zwischen Australien und der EU ist ebenfalls in Vorbereitung.

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