Australien-EU: Einigung auf Freihandelsabkommen – besserer Marktzugang für österreichische Unternehmen
Zollabbau und Norm-Anerkennung stärken Exportbranchen
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Die Europäische Union und Australien haben sich auf ein umfassendes Freihandelsabkommen verständigt. Die letzten Stolpersteine betrafen unter anderem die Öffnung des europäischen Agrarmarkts für australisches Rind- und Lammfleisch sowie einen erleichterten Zugang europäischer Hersteller zum australischen Automobilmarkt; diese konnten aus dem Weg geräumt werden.
Für österreichische Unternehmen werden sich durch das Abkommen verbesserte Marktchancen ergeben. Der Abbau von Zöllen wird die Wettbewerbsbedingungen gegenüber Anbietern aus Ländern angleichen, die bereits von ähnlichen Handelsvorteilen profitieren. Angestrebt wird auch – aufbauend auf diesem Freihandelsabkommen - eine gegenseitige Anerkennung technischer Normen. Dies wird Kosten reduzieren und administrative Hürden beim Markteintritt abbauen. Besonders profitieren könnten davon exportorientierte Branchen wie Maschinenbau, Fahrzeugteile, Medizintechnik sowie andere technologisch anspruchsvolle Industriezweige.
Allerdings tritt das Freihandelsabkommen erst in Kraft, nachdem es in der EU und Australien die jeweils notwendige Ratifizierung durchlaufen hat. In der EU legt die Europäische Kommission dem Rat der EU einen Vorschlag zur Unterzeichnung und zum Abschluss des Abkommens vor. Nimmt der Rat den Vorschlag an, so folgt die Unterzeichnung des Abkommens durch die EU und Australien. Im nächsten Schritt muss das Europäische Parlament dem Abkommen zustimmen, bevor der Rat noch einmal einen Beschluss über den Abschluss fasst. Wenn das australische Parlament das Abkommen auch ratifiziert hat, kann es in Kraft treten. Der Ratifizierungsprozess kann in etwa 18 Monate in Anspruch nehmen, ist aber von politischen Entwicklungen in den Mitgliedsländern der EU abhängig.
Der Abschluss mit Australien reiht sich in eine Phase bedeutender handelspolitischer Fortschritte der EU im asiatisch-pazifischen Raum ein. Mit Indonesien wurden die Verhandlungen über das „CEPA“ im September 2025 finalisiert, und mit Indien einigte sich die EU im Jänner 2026 auf ein Freihandelsabkommen.
Australien verfügt bereits über eine breite Palette an Freihandelsabkommen, unter anderem mit China, Japan, den USA, Südkorea und Indien.
Weitere Informationen zum Handelsabkommen finden Sie auf Handelsabkommen der EU mit Australien - WKO