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Viele neben- und hintereinander stehende Starkstrommasten unter rötlichem Himmel.
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Australien: News zu Energie und Klima

Aktuelle Trends

Lesedauer: 1 Minute

Australien Energiewirtschaft
11.12.2025

Lockert Australien seine Klimapolitik?

Australien ringt zunehmend mit der planmäßigen Realisierbarkeit seiner ambitionierten Klimaziele. Der aktuelle Bericht des australischen Energienetzbetreibers AEMO zeigt, dass erhebliche Investitionen in Höhe von 128 Mrd. AUD (73 Mrd Euro) in das Stromnetz notwendig sind, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 versorgungssicher zu erreichen. Das Etappenziel, bis 2030 den Energiebedarf zu 82% aus erneuerbaren Quellen zu stillen, dürfte mit 75% knapp verfehlt werden. Es werden auch mittelfristig weiterhin Gaskraftwerke eingesetzt, um die Verbrauchsspitzen abzudecken. Dennoch, so betont AEMO, ist die Transformation der Energiequellen hin zu erneuerbaren Energien langfristig der konstengünstigste Weg, um den steigenden Strombedarf auch 2050 zu decken. Wesentlich für diesen Umstieg sind auch privat betriebene Solaranlagen. AEMO schätzt, dass die australischen Haushalte bis 2050 50 Mrd. AUD (28 Mrd. Euro) für private Solaranlagen, Batterien und E-Auto-Ladegeräte ausgeben werden.

Um die schnellere Realisierung von nachhaltigen Energieprojekten voranzutreiben, brachte die von der Labor Party geführte australische Bundesregierung einen Gesetzesentwurf ins Parlament ein, nach welchem bestimmte Umweltgenehmigungen (UVPs) durch Ministerentscheid überstimmt werden könnten. Dies würde Genehmigungsverfahren beschleunigen, aber zugleich Umweltstandards des Environment Protection and Biodiversity Conservation Act abschwächen.

Die zweitgrößte Partei Australiens, die Liberal Party, auf Bundesebene in der Opposition, hat ihr bisheriges Bekenntnis zum Net-Zero-Ziel für 2050 demgegenüber nun auch offiziell aufgegeben, nachdem ihr Bündnispartner „The Nationals“ diesen Schritt gesetzt hatten. Innerhalb der Liberals äußerten einzelne moderatere Abgeordnete Vorbehalte, insgesamt markiert die Entscheidung jedoch einen klaren Rückschritt der klimapolitischen Ambitionen der Liberalen.

Im einzigen liberal regierten Bundesstaat, Queensland, folgte man der Bundespartei und strich das Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Gleichzeitig wurde die Genehmigung für einen Windpark bei Gympie widerrufen und angekündigt, Kohlekraftwerke bis 2049 weiter zu nutzen. Letzteres wird von der Landesregierung als technologieoffen angepriesen, von Labor und Green Party jedoch als Milliardengrab für klimaschädliche Energiequellen kritisiert. Auch AEMO warnt davor, mit staatlicher Förderung veraltete Kohlekraftwerke künstlich und unwirtschaftlich am Leben zu halten.

Auch im Finanzsektor gibt es Unmut über die großzügige Interpretation von Klimazielen. Eine aktuelle Analyse kritisiert Westpac dafür, bei der Bewertung der Klimapläne großer Emittenten zu großzügig zu agieren. Unternehmen würden teils trotz unzureichender Übergangsstrategien als „Paris-aligned“ eingestuft. Die Bank weist dies zurück, kündigte aber an, ihre Bewertungsmaßstäbe zu präzisieren.

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