Australiens Potenzial als Helium-Produzent – weltweite Versorgung unter Druck
Australien könnte mit neuen Vorkommen zur Stabilisierung der globalen Heliumversorgung beitragen
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Die weltweite Versorgung von Helium gilt derzeit als angespannt. Gründe dafür sind unter anderem Schäden an Anlagen im Nahen Osten sowie Sanktionen gegen Russland, wodurch sich die Preise zuletzt deutlich erhöht haben. Da Helium nur sehr langsam durch den Zerfall radioaktiver Elemente im Erdinneren entsteht und aufgrund seiner geringen Dichte in die Atmosphäre entweicht, gilt es als nicht erneuerbarer Rohstoff.
Helium wird meist gemeinsam mit Erdgas gefördert, geht dabei aber oft verloren, da es nicht zurückgewonnen wird. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften ist es für viele industrielle Anwendungen jedoch unverzichtbar. Helium wird unter anderem in der Halbleiterproduktion zur Kühlung, Reinigung und Lecksuche eingesetzt sowie in der Medizintechnik zur Kühlung von MRT-Geräten. Die wachsende Nachfrage nach Halbleitern für KI-Anwendungen, Rechenzentren und digitale Infrastruktur steigert den Heliumbedarf zusätzlich.
In Australien wird derzeit diskutiert, stärker in die Rückgewinnung von Helium aus Erdgas zu investieren. Seit der Schließung der letzten australischen Heliumproduktionsanlage in Darwin im Jahr 2023 ist Australien auf Importe angewiesen. Gleichzeitig wurden in Südaustralien hochgradige Heliumvorkommen nachgewiesen. Angesichts knapper weltweiter Vorräte und steigender Preise weckt das ungenutzte Heliumpotenzial nun ein Explorationsinteresse. Schätzungen zufolge könnte Helium in mehreren australischen Erdgasfeldern in wirtschaftlich relevanten Mengen vorkommen.
Unternehmen wie Gold Hydrogen arbeiten an Projekten zur Förderung von natürlichem Wasserstoff und Helium. Die kommerzielle Nutzung erfordert jedoch hohe Investitionen in Förder- und Aufbereitungstechnologien. Vor diesem Hintergrund wird gefordert, Helium in Australien wieder als kritischen Rohstoff einzustufen. Dies könnte staatliche Fördermaßnahmen und Investitionen in die Gewinnung, Rückgewinnung und Weiterverarbeitung von Helium unterstützen. Experten sehen dabei besonderes Potenzial in der Aufbereitung und Raffination vor Ort, wodurch zusätzliche Wertschöpfungsschritte in Australien entstehen könnten.
Für österreichische Unternehmen ergeben sich daraus mögliche Chancen, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau für die Heliumgewinnung und -aufbereitung sowie bei Technologien zur effizienteren Nutzung und Rückgewinnung von Helium. Auch Unternehmen aus der Medizintechnik und der Halbleiterzulieferindustrie könnten von der steigenden Nachfrage profitieren.