Australien: Staaten setzen sich bei Rechenzentrums-Regeln gegen Canberra durch
Energieversorgung neuer Datenzentren bleibt ein Thema
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Australien Energiewirtschaft Erneuerbare EnergienIm Streit um die Energieversorgung künftiger Rechenzentren mussten sich die australische Bundesregierung und Energieminister Chris Bowen überraschend auf einen Kompromiss einlassen. Während Canberra ursprünglich durchsetzen wollte, dass neue Rechenzentren ihren Stromverbrauch durch zusätzliche Investitionen in erneuerbare Energien vollständig kompensieren, haben Queensland und das Northern Territory Ausnahmen ausgehandelt.
Beide Bundesstaaten bestanden darauf, weiterhin selbst über ihren Energiemix aus Kohle, Gas und erneuerbaren Energien entscheiden zu können. Bowen hatte zunächst angekündigt, notfalls Bundesgesetze einzusetzen, um die Vorgaben landesweit durchzusetzen. Nur einen Tag später einigten sich die Regierungschefs im National Cabinet jedoch auf eine flexiblere Lösung.
Damit behalten Queensland und das Northern Territory das Recht, eigene Regelungen für die Stromversorgung von Rechenzentren anzuwenden. Beobachter werten dies als politischen Erfolg für Queensland und als Rückzieher der Bundesregierung, die zuvor noch mit einheitlichen nationalen Standards geworben hatte.
Premierminister Anthony Albanese betonte, die Einigung solle vor allem verhindern, dass die Entwicklung neuer Rechenzentren zu höheren Strompreisen für Haushalte führt. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass Bowen zuvor gewarnt hatte, der von Queensland vorgeschlagene Ansatz könne die Großhandelspreise für Strom deutlich erhöhen.
Für die Mehrheit der rund 225 geplanten Rechenzentren in Australien gelten dennoch weiterhin strenge Vorgaben: In den meisten Bundesstaaten müssen Betreiber ihren zusätzlichen Strombedarf durch neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien ausgleichen. Experten sehen dabei vor allem ein Zeitproblem. Rechenzentren lassen sich deutlich schneller errichten als Wind- oder Solarparks, sodass zusätzliche Kapazitäten möglicherweise nicht rechtzeitig verfügbar sein werden.
Die Debatte zeigt, wie schwierig es für Australien bleibt, den rasch steigenden Energiebedarf der KI- und Rechenzentrumsbranche mit den Zielen der Energiewende in Einklang zu bringen.
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