Australien: Milliardenhilfe für Stahlwerk in Whyalla
Schließung des Hochofens kostet Hunderte Jobs
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Australien Umwelttechnologie Anlagenbau/Smart Factory Metalle/VerarbeitungMit der endgültigen Stilllegung des Hochofens im australischen Stahlwerk Whyalla verschärft sich die Krise eines der wichtigsten Industriestandorte des Landes. Nach monatelangen technischen Problemen und mehreren gescheiterten Wiederanlaufversuchen wurde entschieden, den rund 60 Jahre alten Hochofen nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Mehr als 600 Arbeitsplätze sind von der Entscheidung betroffen.
Whyalla nimmt eine besondere Rolle in der australischen Industrie ein. Das Werk zählt zu den letzten integrierten Stahlstandorten des Landes und ist der einzige australische Produzent von Schienenstahl. Entsprechend groß ist das Interesse von Bund und Bundesstaat South Australia, den Standort langfristig zu erhalten.
Für die Stabilisierung des Werks und die Suche nach einem neuen Eigentümer wurden bereits Milliardenbeträge an öffentlichen Mitteln bereitgestellt. Gleichzeitig läuft ein Verkaufsverfahren, an dem mehrere nationale und internationale Investoren Interesse zeigen. Ziel ist es, einen Käufer zu finden, der den Standort modernisiert und wieder wettbewerbsfähig macht.
Im Mittelpunkt der Zukunftspläne steht der Umbau zu einer emissionsärmeren Stahlproduktion. Mittelfristig könnten moderne Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen die bisherige kohlebasierte Technologie ersetzen. Whyalla gilt damit als potenzieller Standort für die Produktion von „grünem Stahl“, einem Bereich, in dem Australien aufgrund seiner Eisenerzvorkommen und zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien langfristig Wettbewerbsvorteile aufbauen möchte.
Der geplante Umbau eröffnet Chancen für österreichische Anbieter von Anlagenbau, Umwelttechnik, Automatisierung und Energietechnologien. Besonders im Bereich CO₂-armer Stahlproduktion wird Bedarf an internationalen Technologiepartnern erwartet.