Eindrücke der Wirtschaftsmission: Nachhaltiges Bauen kommt auch nach China
Jetzt noch ein Zeitfenster, in welchem China für Energieeffizienz und Holzbauexpertise nach Europa schaut
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Auch in China rückt nachhaltiges Bauen immer stärker in den Fokus. Laut dem gerade veröffentlichten 15. Fünfjahresplan, der zentralen Wirtschaftsstrategie Chinas, soll dem Einsatz energiesparender und umweltfreundlicher Baustoffe in den Jahren 2025 - 2030 mehr Bedeutung beigemessen werden, auch um das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2060 zu erreichen. Der chinesische Immobilien- und Bausektor ist im Moment in der Krise, doch insbesondere neue öffentliche Gebäude orientieren sich zunehmend an Nachhaltigkeitskriterien. Der Holzbauanteil bei neuen Gebäuden in China ist noch sehr klein, wird aber durch Peking propagiert und es gibt schon mehrere Pilotprojekte, in denen CLT, Glulam und Hybridstrukturen eingesetzt werden. Die begrenzten eigenen Forstressourcen – lokale Wälder werden stark geschützt – machen China zum weltweit größten Holzimporteur. Bei der Wirtschaftsmission „Greenbuild“ vom 18. bis 20. März 2026 machten sich fünf führende österreichische Unternehmen aus der Holzbau- und Architekturbranche ein Bild von der Lage vor Ort und führten Gespräche mit führenden Organisationen und Firmen in diesem Fachbereich.
Österreich-China Fachkonferenz zu Holzbau
Am 18. März 2026 veranstaltete das AußenwirtschaftsCenter Peking gemeinsam mit dem National Center of Technology Innovation for Green and Low-Carbon Building eine Fachkonferenz zu Holzkonstruktionen und energieeffizientem Bauen. Unter den rund 90 Teilnehmenden aus Behörden, Forschung und Wirtschaft befanden sich in der Person von Frau SUN Ying, Direktorin des National Centers und von Herrn CUI Kai, Mitglied der Chinese Academy of Engineering, prominente Vorreiter:Innen für den Einsatz von moderne Holzbautechnologien.
Das 2022 gegründete National Center of Technology Innovation for Green and Low-Carbon Building ist Chinas erstes nationales Technologieinnovationszentrum im Rahmen der „Dual Carbon“-Strategie und arbeitet unter der Anleitung mehrerer Ministerien sowie der Stadtregierung von Peking. Seine Aufgabe besteht darin, Chinas Innovationskraft im Bereich grüner und kohlenstoffarmer Gebäudetechnologien zu stärken und technologische Durchbrüche voranzutreiben.
Bei der Konferenz wurden von österreichischer und chinesischer Seite fortschrittliche Projekte präsentiert und über den verstärkten Einsatz von Holztechnologien in China diskutiert. In China wird außerdem intensiv an Normen für den Einsatz von Holz im Baubereich gearbeitet, wobei stark auf europäische Expertise zurückgegriffen wird. Bis mehrgeschossige Wohn- und Bürogebäude aus Holz breitflächig umgesetzt werden können, wird es jedoch noch einige Zeit dauern.
Fachtermine und Unternehmensbesuche
Weitere Stationen der Wirtschaftsmission umfassten u.a. Fachtermine mit der
Wuxi Urban Construction Development Group in Wuxi und mit der Fa. Jiazhu Construction Technology Co., Ltd. in Nantong, einem der größten Hersteller von Holzbaukonstruktionen Chinas.
Die Wirtschaftsmission zeigte deutlich, dass europäische und insbesondere österreichische Baulösungen in China einen sehr guten Ruf genießen. Nachhaltigkeit gewinnt in der chinesischen Bauindustrie an Bedeutung, ist aber noch kein Massenphänomen. Gleichzeitig steigert China seine eigenen Ressourcen – etwa durch verstärkte Forschung, Industriekooperationen und Pilotprojekte –, um seine Abhängigkeit vom Ausland mittelfristig zu verringern.