Ecuador: Konsum wächst, Arbeitsmarkt bleibt schwach
Kredite und Rücküberweisungen geben den Ausschlag
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Die ecuadorianische Wirtschaft verzeichnet 2026 steigende Umsätze im Handel und Dienstleistungssektor. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung am Arbeitsmarkt verhalten:
Nach Angaben der Tageszeitung La Hora ist die formelle Beschäftigung im Jahr 2026 bislang nur um rund 1,4 % gewachsen, während die Informalitätsquote weiterhin bei etwa 52 % liegt. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von Personalabbau und zurückhaltender Lohnpolitik. Laut einer Umfrage von Multitrabajos haben 68 % der befragten Personalverantwortlichen in diesem Jahr Entlassungen vorgenommen, und 78 % der Unternehmen planen bis Jahresende keine Gehaltserhöhungen.
Getragen wird der Konsum vor allem durch drei Faktoren:
- Konsumentenkredite und Kreditkarten, die zunehmend zur Finanzierung von Ausgaben genutzt werden.
- Rücküberweisungen (Remesas) von im Ausland lebenden Ecuadorianern. Diese stiegen im bisherigen Jahresverlauf 2026 um rund 7 bis 8 % und werden vor allem für Konsum, Wohnen, Bildung und Gesundheit verwendet. Bereits im ersten Quartal 2026 erreichten die Rücküberweisungen laut Zentralbank 1,856 Milliarden US-Dollar (+7,7 %).
- Zunehmende Importe, die das Warenangebot erweitern, jedoch nicht zwangsläufig zu mehr lokaler Wertschöpfung führen.
Für das zweite Halbjahr erwarten Unternehmen eine gewisse Stabilisierung des Arbeitsmarktes, agieren jedoch weiterhin vorsichtig. Der aktuelle Konsumaufschwung zeigt zwar eine robuste Nachfrage, basiert aber zunehmend auf Kreditfinanzierung und externen Geldzuflüssen statt auf einem nachhaltigen Wachstum von Einkommen und Beschäftigung.