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Aufnahme einer Mautgrenze mit sehr vielen Spuren. Die Fahrzeuge fahren auf den Spuren in beide Richtungen
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Montenegrinische Transportunternehmen setzen Grenzblockaden aus

Strenge 90/180‑Tage‑Regel setzt Transport- und Logistikbranche unter Druck

Lesedauer: 1 Minute

Montenegro Nahrungsmittel/Softdrinks Logistik

Nachdem montenegrinische Transportunternehmen vor wenigen Tagen umfassende Blockaden wichtiger Grenzübergänge und Zufahrtsrouten – unter anderem in Richtung Hafen Bar – begonnen hatten, ist es nun zu einer vorläufigen Entspannung der Lage gekommen.

Nach Gesprächen mit der Regierung Montenegros hat der dortige Verband der Transportunternehmen beschlossen, die Blockaden des Schwerverkehrs auszusetzen. Laut Angaben der Branche haben Verhandlungen zu konkreten Lösungsansätzen für eine Reihe zentraler Probleme geführt, sodass der Rückzug der Lkw von den Grenzübergängen bereits eingeleitet wurde.

Zuvor hatten die Transportunternehmen mit Protestmaßnahmen auf die zunehmenden Belastungen im grenzüberschreitenden Güterverkehr aufmerksam gemacht. Hintergrund waren unter anderem die seit Einführung des neuen EU-Einreise- und Ausreisesystems (EES) verschärften Kontrollen an den Außengrenzen, die verpflichtende biometrische Erfassung auch für Berufskraftfahrer sowie die strikte Anwendung der 90/180-Tage-Regel für Fahrer aus Drittstaaten. Branchenvertreter hatten wiederholt vor deutlich längeren Abfertigungszeiten und erheblichen Störungen der Lieferketten gewarnt.

Im Rahmen der aktuellen Gespräche sagte die Regierung Montenegros zu, dass Mehrwertsteuer-Rückerstattungen künftig innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Fristen erfolgen sollen. Zudem wurde den Transportunternehmen zugesichert, dass für Import- und Exportvorgänge – vom Grenzübertritt bis zur zuständigen Zollstelle – eine maximale Abwicklungsdauer von 72 Stunden gelten soll.

Auch beim Thema begünstigte Altersvorsorge für Berufskraftfahrer gab es Bewegung: Der montenegrinische Wirtschaftsminister kündigte an, einen entsprechenden Vorschlag der Regierung zur Abstimmung vorzulegen. Eine endgültige Entscheidung steht hier allerdings noch aus.

Keine konkrete Einigung wurde bislang beim höheren Rückerstattungssatz der Kraftstoffsteuer erzielt. Laut Angaben der Branche hängt diese Frage maßgeblich von Gesprächen mit europäischen Partnern ab und soll gemeinsam mit dem Thema ETIAS im Februar mit EU-Vertretern erörtert werden.

Zusätzlich wurde mit der Direktion für Lebensmittelsicherheit vereinbart, die Arbeitszeiten der phytosanitären und veterinärmedizinischen Inspektoren an den wichtigsten Grenzübergängen auszuweiten. Künftig sollen diese an Werktagen von 7 bis 20 Uhr sowie Samstags von 8 bis 14 Uhr im Einsatz sein.

Die jüngsten Proteste von Lkw-Fahrern aus Montenegro und der Region hatten am Montag begonnen und richteten sich insbesondere gegen die schon lange geltenden EU-Regelungen zur Ein- und Ausreise, die aber bisher kaum überprüft wurden. Demnach dürfen Fahrer aus Nicht-EU-Staaten innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen maximal 90 Tage im Schengen-Raum verbringen – eine Vorgabe, die von der Transportbranche als praxisfern und wirtschaftlich problematisch kritisiert wird.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an das AußenwirtschaftsBüro Podgorica podgorica@wko.at

Stand: 30.01.2026

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