Griechenlands Bahnmodernisierung: Zwei Großprojekte starten in die Ausschreibung
500 Mio. Euro für schnellere Strecken und bessere Anbindung
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Die Modernisierung zentraler Eisenbahnachsen in Griechenland rückt näher: Zwei bedeutende Projekte im Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro treten in die finale Phase der Ausschreibung ein. Betroffen sind die Abschnitte SKA–Oinoi in Attika und Mouries–Promachonas an der bulgarischen Grenze. Der Überfonds (GrowthFund | The National Investment Fund of Greece) übernimmt dabei eine Schlüsselrolle, um das Verfahren zu beschleunigen und effizient voranzutreiben.
Strategische Großprojekte für die griechische Bahn
Die beiden Vorhaben sind Teil eines umfassenderen Rahmenprogramms im Wert von 1,3 Milliarden Euro, das der Überfonds im Auftrag des Infrastrukturministeriums und der Hellenischen Eisenbahnen betreut. Neben den zwei nun anstehenden Projekten fallen darunter auch Maßnahmen zur Modernisierung des GSM-R-Systems sowie Signalisierungs- und Telemanagementprojekte auf dem Abschnitt Liosia–Korinth. Insgesamt beläuft sich der Wert dieser Infrastrukturmaßnahmen auf knapp 600 Millionen Euro.
Ursprünglich waren die beiden Projekte bereits 2024 ausgeschrieben worden. Die Verfahren wurden jedoch gestoppt, da der Eisenbahnsektor neu strukturiert und mehrere Bahnunternehmen zu den heutigen Hellenischen Eisenbahnen A.E. (OSE) zusammengeführt wurden. Die erneute Einbindung in den Überfonds soll nun eine zügige und transparente Durchführung sicherstellen.
SKA–Oinoi: Modernisierung für höhere Geschwindigkeiten
Das Projekt SKA–Oinoi ist mit rund 300 Millionen Euro das größere der beiden Vorhaben. Auf dem etwa 54 Kilometer langen Abschnitt bestehen seit Jahren infrastrukturelle Probleme: veraltete Schwellen, eingeschränkte Tunnelprofile, ungünstige Kurvenradien und erhebliche Geschwindigkeitsbegrenzungen, die den Zugverkehr auf maximal 100 km/h begrenzen.
Die geplanten Maßnahmen umfassen:
- vollständige Erneuerung der Gleisinfrastruktur
- Modernisierung der Bahnhöfe Oinoi und Aliartos
- Bau eines neuen Haltepunkts in Oinofyta
- Installation moderner elektromechanischer Systeme, darunter ETCS und neue Signalisierung
Nach Abschluss soll der Abschnitt Geschwindigkeiten von 160–200 km/h zulassen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Beschleunigung des Personen- und Güterverkehrs auf der Nord-Süd-Achse leisten.
Die Arbeiten sollen am 1. September 2025 beginnen und am 31. Mai 2028 abgeschlossen sein. Die Finanzierung erfolgt über das europäische Förderprogramm Connecting Europe Facility II (CEF II).
Mouries–Promachonas: Elektrifizierung für internationale Anbindung
Der zweite Projektteil betrifft den Grenzabschnitt Mouries–Promachonas der Verbindung Thessaloniki–Bulgarien. Hier steht die Elektrifizierung im Mittelpunkt, die für die durchgehende elektrische Verbindung zum bulgarischen Netz notwendige Voraussetzung ist.
Mit Umsetzung der Maßnahmen bleibt lediglich der Abschnitt Mouries–Thessaloniki als letzter nicht elektrifizierter Bereich übrig. Die Bauarbeiten werden unter laufendem Betrieb ausgeführt und ebenfalls durch CEF II mitfinanziert. Auch hier ist der Zeitraum September 2025 bis Mai 2028 vorgesehen.
Quelle: ypodomes.com