Griechenland: vom Energieimporteur zum regionalen Energieknotenpunkt
Großinvestitionen in Solarenergie, Netzinfrastruktur und grenzüberschreitende Energieprojekte
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Zwei Entwicklungen prägen derzeit die Zukunft des griechischen Energiesektors: der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien und die wachsende Rolle Griechenlands als Energiedrehscheibe für Südosteuropa.
Mit der Fertigstellung von drei Solarclustern in Westmakedonien haben RWE und PPC insgesamt 930 MW Photovoltaikleistung auf ehemaligen Braunkohleflächen in Betrieb genommen. Die Anlagen können rund 400.000 Haushalte mit Strom versorgen. Weitere 567 MW befinden sich bereits im Bau und sollen 2027 folgen. Das Projekt symbolisiert den erfolgreichen Strukturwandel einer einstigen Braunkohleregion hin zu einem Zentrum für erneuerbare Energien.
Parallel dazu verfolgt PPC ein ambitioniertes Investitionsprogramm von 24 Milliarden Euro bis 2030. Geplant sind massive Investitionen in Solar- und Windkraft, Speicherlösungen und flexible Erzeugungskapazitäten. Das Ausbauziel liegt bei 19 GW erneuerbarer Energieleistung.
Ebenso bedeutend ist die Entwicklung Griechenlands zu einem regionalen Energie-Hub. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Gasnachfrage um mehr als 15 % auf 43,09 TWh. Gleichzeitig verzeichnen der Vertical Gas Corridor und die Exportverbindungen Richtung Balkan und Mitteleuropa eine starke Nachfrage. Mehr als 45 % der angebotenen Transportkapazitäten wurden bereits langfristig gebucht.
Wichtige Infrastrukturprojekte wie der Gasinterkonnektor Griechenland–Nordmazedonien, die LNG-Anlagen in Revithoussa und Alexandroupolis sowie das geplante Stromkabel GREGY zwischen Ägypten und Griechenland stärken die strategische Position des Landes innerhalb der europäischen Energieversorgung.
Quellen: IENE Institute of Energy for South-East Europe|Energy Weekly Report 507|July 10, 2026