PPC plant neue Pumpspeicheranlage in Kardia
Ausschreibung für 304‑MW‑Projekt ist für Ende 2026 vorgesehen
Lesedauer: 1 Minute
Die Public Power Corporation (PPC) treibt die Transformation ehemaliger Kohlestandorte weiter voran und plant die Errichtung einer neuen Pumpspeicheranlage im stillgelegten Bergwerk Kardia. Die Ausschreibung für den Bau des Projekts soll Ende 2026 veröffentlicht werden, während die Auftragsvergabe für das zweite Quartal 2027 vorgesehen ist.
Leistungsdaten und Projektvolumen
Die geplante Anlage wird eine maximale Einspeiseleistung von 304 MW sowie eine maximale Aufnahmeleistung von 294 MW aufweisen. Die voraussichtliche Bauzeit beträgt rund 4,5 Jahre, das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf etwa 420 Mio. Euro.
Bereits abgeschlossen sind zentrale geologische, geotechnische, elektrische und wirtschaftliche Studien sowie der grundlegende technische Projektentwurf.
Technische Ausgestaltung
Das Projekt umfasst eine klassische Pumpspeicherlösung mit Ober- und Unterbecken, ein Wasserzuleitungssystem, ein Kraftwerk zur Stromerzeugung sowie umfangreiche Netzanbindungsanlagen.
- Das Oberbecken wird im Bereich des ehemaligen Kraftwerks Kardia auf einer Fläche von etwa 650 Stremma (ca. 65 Hektar) errichtet, wo derzeit noch die Kühltürme stehen, die abgebrochen werden sollen.
- Das Unterbecken entsteht im Boden des bestehenden Abbaubereichs des ehemaligen Bergwerks.
Beide Becken verfügen über ein Nutzvolumen von jeweils rund 6,9 Mio. m³, womit eine effiziente Energiespeicherung ermöglicht wird.
Netzanbindung
Die Anlage wird an das griechische Übertragungsnetz (150 kV) über das bestehende Hochspannungszentrum Kardia angebunden. Geplant sind unter anderem:
- vier Leistungstransformatoren,
- neue 150‑kV‑Übertragungsleitungen,
- ein Umspannwerk mit Dreifachsammelschiene,
- sowie Anpassungen bestehender Leitungsführungen.
Je nach Anforderungen des Netzbetreibers ADMIE können zusätzliche Leitungen und Anlagen hinzukommen.
Erhöhte Leistung mit klarem Systemnutzen
Ursprünglich war eine deutlich kleinere Anlage (148 MW) vorgesehen. Nach Genehmigung durch das griechische Umwelt- und Energieministerium wurde die Leistung erhöht. Diese Anpassung stärkt den systemischen Nutzen des Projekts, insbesondere:
- die Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie,
- die Bereitstellung von Strom zu Spitzenlastzeiten,
- die Stabilisierung des Stromnetzes,
- sowie die Reduzierung von Abregelungen bei erneuerbaren Energien.
Bedeutung für den Strukturwandel
Mit dem Pumpspeicherprojekt in Kardia nutzt PPC einen ehemaligen Braunkohlestandort für eine zukunftsorientierte Energiespeicherlösung. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die Energiewende in Westmakedonien und für die zunehmende Integration erneuerbarer Energien in das griechische Stromsystem.
Quellen: https://ypodomes.com/