Italien: Der intermodale Logistikhub Quadrante Europa
Ausbau des italienischen Logistikhubs bei Verona und die neue Logistikstandortstrategie Österreichs verbinden Herausforderungen mit Chancen für Brancheninsider
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Italien San Marino Vatikan Logistik Hochbau/BaustoffeÖsterreich orientiert sich in Sachen Logistik neu. Im Juni 2026 hat das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur die Logistikstandortstrategie präsentiert. Hinter dem Motto vom Transitland zu einem der leistungsfähigsten und innovativsten Logistikstandorten Europas steht ein Plan, der auf 100 prioritären Maßnahmenvorschlägen beruht und die heimische Wirtschaft stärken soll.
Da Logistik und Transport per se nicht isoliert gedacht und umgesetzt werden, da Wareflüsse interntational gelenkt werden müssen und die Verteilung organisiert werde muss, ist es eine nützliche Praxis, über die eigenen Landesgrenzen zu schauen.
Anbindung an das europäische Verkehrsnetz und ein Blick über die Grenze
Eine wesentliche Rolle für die Verbringung von Waren und Materialien innerhalb Europas spielt die Nord-Süd-Achse, spezifisch die Brennerachse zwischen München, Innsbruck und Verona. Der Ausbau wird seit Jahren vorangetrieben, im Juli des heurigen Jahres fand der Durchschlag der beiden Haupttunnelröhren zwischen Österreich und Italien statt. Die Fertigstellung des Brennerbasistunnels, der wesentlich zur weiteren Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene beitragen wird, ist für 2034 geplant.
Auf italienischer Seite wird der Warenfluss sowohl aus der Richtung Nord-Süd als auch West-Ost zu einem der wichtigsten Logistikhubs Europas, dem 1948 gegründeten und bei Verona gelegenen Quadrante Europa (Betreiber: Consorzio ZAI), gesteuert. Das intermodale Logistikzentrum hat eine Ausdehnung von 2,5 Millionen m2, ein Ausbau auf 4,2 Millionen m2 ist geplant.
Gemessen am kombinierten Verkehrsaufkommen ist Quadrante Europa der wichtigste Logistikhub Europas, wo der internationale Transport von Waren auf Schiene, Straße und via Luft aufeinandertreffen. Jährlich werden 8 Millionen Tonnen Ware von der Bahn und 20 Millionen Tonnen Ware von der Straße kommend, abgefertigt. Im Logistikhub Quadrante Europa sind 130 Unternehmen mit ihren rund 13.000 direkten und indirekten Mitarbeitern angesiedelt.
Quadrante Europa expandiert und modernisiert
Quadrante Europa bewegt jährlich ca. 16.000 Güterzüge, was die Anlage zum wichtigsten Bahnumschlagplatz Italiens macht, die damit jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Im Jahr 2025 wurde mit dem Bau des 4. Intermodalen Terminals (IV modulo ferroviario) begonnen, der die Abfertigung von Zügen mit einer Länge von 750 Meter ermöglichen wird. Damit steigert Quadrante Europa die Kapazitäten und passt sich an die in der EU gängige Standardlänge der Güterzüge an.
Gleichzeitig wird auch der nötige Platz für die Verwendung von Portalkränen, den Containerumschlag und das Rangieren von Sattelaufliegern geschaffen. Der Bau des 4. Intermodalen Terminals wird den Logistikhub auch fit machen für die Potenzierung der Nord-Süd Bahnverbindung und das durch die Fertigstellung des Brennerbasistunnels erwartete höhere Güterverkehrsaufkommen.
Kooperation und Geschäftschancen
Quadrante Europa bzw. das Consorzio ZAI ist an institutionellen Kontakten mit Österreich und an Kontakten mit Vertretern der österreichischen Wirtschaft interessiert. Eine der bisher umgesetzten Kooperationen ist z.B. das den Alpenraum betreffende Projekt ECOLE (ECO industrial park network for the Alpine Regions Leveraging Smart and Circular Economy), das im Rahmen des EU-Förderprogramms INTERREG umgesetzt wurde.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an das AußenwirtschaftsBüro Padua.