Italien: Snam investiert 14 Milliarden Euro im Plan 2026–2030
Die Verbindung zu Österreich von strategischer Bedeutung
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Im März 2026 präsentierte Snam, Europas führender Betreiber von Gasinfrastrukturen, seinen Strategieplan 2026–2030. Dieser sieht Gesamtinvestitionen von 13,7 Milliarden Euro (netto nach Abzug von Fördermitteln, 14,4 Milliarden Euro brutto) vor – die höchsten in der Geschichte des Konzerns.
In einem volatilen und komplexen internationalen Umfeld mit steigender globaler Gasnachfrage zielt der Plan darauf ab, die Sicherheit, Flexibilität und Vernetzung der italienischen und europäischen Energiesysteme zu stärken und ein auf resilienter, grenzüberschreitender Infrastruktur basierendes Energieintegrationsmodell zu fördern.
Der Plan ruht auf drei Säulen:
- Industrielles Wachstum;
- Aktives Portfoliomanagement;
- Ein Programm zur Anlagenrotation mit einem geschätzten Potenzial von 3 Milliarden Euro für neue Akquisitionen und Veräußerungen.
97 % der Investitionen sind für regulierte Aktivitäten entlang der Gas-Midstream-Wertschöpfungskette vorgesehen. Konkret sind 9,2 Milliarden Euro für den Transport, 2,1 Milliarden Euro für die Speicherung und 1 Milliarde Euro für die Regasifizierung vorgesehen.
Zu den Projekten gehören die Fertigstellung der Gaspipelines der „Adriatischen Linie“, die Erneuerung und Modernisierung von rund 1.000 Kilometern Pipelines, die Installation von Dual-Fuel-Kompressorstationen sowie der Ausbau von Speichern, die hinsichtlich Kapazität und Flexibilität zu den größten in Europa zählen.
Im Kontext der zunehmenden Marktintegration legt der Plan von Snam besonderen Wert auf Exportkorridore nach Mitteleuropa. Laut Snam-Szenario sollen die Gasexporte aus Italien ab 2030 auf rund 7 Milliarden Kubikmeter pro Jahr steigen und Italiens Rolle als Energiedrehscheibe des Mittelmeers für die mitteleuropäischen Märkte stärken.
Österreich spielt in diesem Zusammenhang eine strategische Rolle. Insbesondere TAG und Gas Connect Austria (GCA), Unternehmen, an denen Snam beteiligt ist, und Betreiber wichtiger Infrastrukturen zur Verbindung Italiens und Österreichs sowie zur Integration der mitteleuropäischen Gasmärkte, kommen hier einer Schlüsselrolle zu.
Die Pläne von Snam, TAG und GCA sehen eine Erhöhung der Exportkapazitäten von Italien und Deutschland nach Österreich vor. Konkret wird erwartet, dass die Transportkapazität von Italien nach Österreich von 8 auf 14 Milliarden Kubikmeter pro Jahr steigen wird. Dies soll vor allem durch die Modernisierung strategischer Knotenpunkte im italienischen Netz, wie beispielsweise der Kompressorstation Poggio Renatico, und durch Investitionen in das TAG-Netz erreicht werden.
Darüber hinaus hat die GCA ein Investitionsprojekt zur Erweiterung der Transportkapazität von Deutschland nach Österreich initiiert, um die Integration der mitteleuropäischen Märkte voranzutreiben.
Diese Infrastrukturen werden auch für neue Energieträger an Bedeutung gewinnen. So sieht der Plan im Rahmen des SouthH2-Korridors die italienisch-österreichischen Korridore als eine der Achsen für die zukünftige Entwicklung der Netze vor, einschließlich der Vorbereitung auf den Wasserstofftransport, sofern die notwendigen Systembedingungen erfüllt sind.
In diesem Zusammenhang stellt Snam 200 Millionen Euro für den Ausbau des italienischen Wasserstoffnetzes bereit, das auf die europäischen Netze, die Entwicklung des österreichischen Marktes und die Anbindung an Mitteleuropa abgestimmt ist.
Neben Erdgas sieht der Plan auch 800 Millionen Euro für das Projekt zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung vor. Snam arbeitet in einem Joint Venture mit Eni an einem bedeutenden Projekt in Ravenna, das zu den EU-Projekten von gemeinsamem Interesse zählt. Darüber hinaus sind weitere Investitionen in Biomethan und Energieeffizienz geplant.
Snam wird außerdem eine strukturierte Innovationsagenda für digitale Technologien und Energietechnologien umsetzen, die bis 2030 mit Investitionen von rund 1 Milliarde Euro unterstützt wird: 800 Millionen Euro fließen in digitale Initiativen, während 200 Millionen Euro in Energie- und Technologieinnovationen investiert werden. Diese Investitionen konzentrieren sich auf eine begrenzte Anzahl wirkungsvoller Bereiche – CO₂-Abscheidung und -Management, Speicherung und Flexibilitätslösungen sowie dekarbonisierte und synthetische Moleküle –, in denen Snam einen spürbaren industriellen Beitrag zum Ökosystem leisten kann.
Schließlich plant Snam für den Zeitraum 2026–2035 Gesamtinvestitionen von rund 28 Milliarden Euro. Der Investitionsbedarf (RAB) soll von rund 26,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf rund 41,3 Milliarden Euro im Jahr 2035 steigen. Weitere Informationen: Towards energy integration