Namibia baut grünes Energiezentrum für globale Schifffahrt
Großprojekte für grünen Treibstoff sollen maritime Emissionen senken und Exportmärkte erschließen
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Namibia entwickelt sich zu einem zentralen Standort für die Produktion und den Export von grünem Wasserstoff und Ammoniak. Das belgische Schifffahrtsunternehmen CMB.Tech, Betreiber von über 250 Schiffen weltweit, hat seine Beteiligung an Cleanergy Solutions Namibia vollständig übernommen und plant, das Land zu einem globalen Versorgungszentrum für saubere Treibstoffe zu machen.
Bereits 2025 wurde in Walvis Bay Afrikas erste integrierte Wasserstoffanlage eröffnet. Sie umfasst eine Solaranlage, Batteriespeicher, Elektrolyseure, eine Tankstelle sowie eine Ausbildungsakademie. Die Anlage produziert jährlich bis zu 185.000 Kilogramm grünen Wasserstoff, mit Ausbauplänen auf 440.000 Kilogramm. Der Treibstoff wird für Busse, Lkw, Generatoren und Pilotprojekte im Hafen- und Bahnverkehr genutzt.
Das nächste Großprojekt entsteht in Arandis, rund 80 Kilometer von Walvis Bay entfernt. Dort soll bis 2030 eine 1,2-GW-Solaranlage mit einem 500-MW-Elektrolyseur entstehen, die jährlich etwa 200.000 Tonnen grünen Ammoniak produziert. Dieser wird über Pipelines zur Küste transportiert und von einem neuen Bunkerterminal in Walvis Bay exportiert. Das Terminal ist Teil eines Programms, das über 40 neue Schiffe mit Ammoniak-Antrieb vorsieht.
Neben der Schifffahrt wird auch der Schienenverkehr einbezogen: Namibia testet derzeit seinen ersten wasserstoffbetriebenen Lokomotiven, die im Güterverkehr zwischen Walvis Bay und Windhoek eingesetzt werden sollen. Damit zeigt das Land, wie Wasserstoff in bestehende Logistikkorridore integriert werden kann.
Die Projekte verdeutlichen Namibias Potenzial als Standort für erneuerbare Energien. Dank hoher Sonneneinstrahlung und strategischer Lage an internationalen Schifffahrtsrouten bietet das Land ideale Voraussetzungen, um eine Schlüsselrolle in der globalen Energiewende einzunehmen.