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Seitliche Aufnahme eines aufgeklappten Laptops, auf den die Hand einer Person deutet. Die Finger der Person sind die Finger eines Roboters. In der Mitte ist eine Grafik vieler Linien, in deren Mitte AI steht
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KI in Japan: Hohe Erwartungen – niedrige Nutzung

Warum Japan trotz Milliardeninvestitionen bei KI noch hinterherhinkt –  wie Skills, Regeln und Vertrauen den Durchbruch ermöglichen 

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Japan Anlagenbau/Smart Factory Software & IT Beratung
Stand: 11.03.2026

Japan steuert aufgrund von Geburtenrückgang und Überalterung auf einen Arbeitskräftemangel von rund 11 Mio. Personen bis 2040 zu. Eine aktuelle Studie der OECD aus 2025 (Artificial Intelligence and the Labour Market in Japan) sieht KI als Teil der Lösung, um die Produktivität zu steigern und den Arbeitskräftemangel abzufedern.

Gezielte Investitionen in KI

Entsprechend haben die japanische Regierung und führende Großkonzerne Maßnahmen ergriffen, um gezielt in den Einsatz von KI zu investieren. Dazu gehören staatliche Förderprogramme im Umfang von ¥340 Mrd., die explizit die digitale Transformation und den breiten Einsatz von KI unterstützen sollen. Gleichzeitig zielen neue Gesetzgebungen weniger darauf ab, KI zu beschränken, sondern vielmehr deren Einführung zu beschleunigen. Zudem arbeitet die japanische Digitalagentur mit OpenAI an „Gennai“, einem internen KI-Tool speziell für Regierungsmitarbeiter:innen. Auch Unternehmen wie SoftBank kündigen Investitionen in Milliardenhöhe für den gruppenweiten Einsatz von OpenAI-Technologien an.

Praktische Nutzung ist bislang gering

Trotz dieser Ambitionen bleibt die praktische Nutzung bislang gering. Lediglich 8,4 % der Beschäftigten geben aktuell an, KI im Arbeitsalltag zu verwenden - ein internationaler Tiefstwert. Über 60 % der Unternehmen berichten einen Mangel an KI-bezogenen Fachkräften und fast die Hälfte der Firmen gibt an, dass KI intern nicht ausreichend verstanden wird. Hinzu kommt eine generell vorsichtige Einführungskultur, die sich auf Bedenken bezüglich Halluzinationen, Bias oder Fehlentscheidungen zurückführen lässt. Expert:innenn gehen trotzdem davon aus, dass mit einer deutlich stärkeren Implementierung zu rechnen ist, sobald die mit KI wahrgenommenen Risiken reduziert werden.

In der breiten Öffentlichkeit überwiegt dennoch ein vergleichsweise hohes Grundvertrauen in KI. Die Technologie wird überwiegend als notwendige strukturelle Antwort auf die demografische Entwicklung und den Arbeitskräftemangel gesehen - weniger als unmittelbare Gefahr für den Einzelnen. Dies gilt trotz laufender Debatten über mögliche Jobverdrängungen, kulturelle Auswirkungen und rechtliche Fragen rund um Urheberrecht und Datenschutz.

Fazit

Japan setzt stark auf KI und investiert entschlossen in deren Einführung. Dennoch besteht eine deutliche Lücke zwischen politischen Ambitionen und praktischer Realität. Ob Japan seine Ziele erreichen kann, wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, sowohl Kompetenzen auszubauen als auch Risiken zu reduzieren.

Bei Fragen zum Inhalt des Artikels oder zum Markt Japan im allgemeinen wenden Sie sich bitte direkt an Christina Schösser im AußenwirtschaftsCenter Tokio (T +81-3-34031777).

 

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