Japans KI-Strategie geht in die nächste Phase
Regierung präsentiert Fahrplan zur Stärkung von Wirtschaft, Vertrauen und Sicherheit
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Japan hat seinen KI-Grundplan (AI Basic Plan) bereits wenige Monate nach dessen Einführung überarbeitet. Die Anpassung erfolgte als Reaktion auf die rasante Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken.
Für Unternehmen ist vor allem relevant, dass die japanische Regierung eine stärkere Kontrolle von KI-Risiken, den Ausbau nationaler KI-Kapazitäten und eine mögliche Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens signalisiert.
Sicherheit und Regulierung rücken in den Vordergrund
Im überarbeiteten Plan wird darauf hingewiesen, dass die technologischen und sicherheitsrelevanten Risiken von KI zunehmend komplexer werden. Besonders Cyberangriffe, die durch den Missbrauch leistungsfähiger KI-Systeme erleichtert werden, stehen im Fokus. Als Reaktion darauf sollen die Fähigkeiten Japans im Bereich Cybersicherheit kontinuierlich gestärkt werden.
Geplant ist zudem eine engere Zusammenarbeit mit ausländischen Regierungen und KI-Entwickler*innen. Dadurch soll ein früherer Zugang zu fortschrittlichen KI-Modellen ermöglicht werden, die häufig nicht öffentlich verfügbar sind. Gleichzeitig soll leistungsfähige KI zur Identifikation von Schwachstellen in staatlichen IT-Systemen eingesetzt werden.
Ausbau des Japan AI Safety Institute
Eine zentrale Rolle wird künftig dem Japan AI Safety Institute zugeschrieben. Dessen Kapazitäten für Modellbewertungen, Sicherheitsprüfungen und die Nachvollziehbarkeit von KI-Systemen sollen erweitert werden. Die Einrichtung wird damit zunehmend zu einer wichtigen Referenz für die Bewertung von Risiken und Standards im japanischen KI-Ökosystem.
Chancen und Risiken für österreichische Unternehmen
Für österreichische Unternehmen eröffnet die Strategie insbesondere Chancen in den Bereichen Cybersecurity, industrielle KI-Anwendungen, Robotik, Automatisierung und KI-Governance. Japan verfolgt das Ziel, seine Abhängigkeit von ausländischen KI-Anbieter*innen zu reduzieren und gleichzeitig den Aufbau eigener Kompetenzen zu beschleunigen. Zudem werden sogenannte „Vertical AI“-Lösungen für spezifische Branchen sowie „Physical AI“ für Robotik und autonome Systeme strategisch gefördert.
Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, dass die Regierung eine „proaktive und kontinuierliche“ Überprüfung des KI-Gesetzes und weiterer Regelungen angekündigt hat. Derzeit bestehen keine neuen gesetzlichen Pflichten oder Sanktionen für Unternehmen. Allerdings wird die Möglichkeit künftiger regulatorischer Verschärfungen ausdrücklich offengehalten. Auch die Mitwirkung von KI-Betreiber*innen an behördlichen Untersuchungen ist bislang nicht verpflichtend, könnte jedoch künftig neu geregelt werden.
Signal für die Zukunft
Der überarbeitete KI-Grundplan schafft keine unmittelbaren neuen Verpflichtungen für Unternehmen. Er zeigt jedoch klar, in welche Richtung sich die japanische KI-Politik entwickelt: mehr Fokus auf Sicherheit, stärkere staatliche Bewertung von KI-Systemen, größere technologische Eigenständigkeit und eine mögliche Ausweitung regulatorischer Anforderungen. Besonders die Arbeit des Japan AI Safety Institute sowie mögliche Gesetzesänderungen werden daher in den kommenden Jahren von hoher Bedeutung sein.
Für weiterführende Informationen zum japanischen Markt sowie zu kommenden Veranstaltungen steht das AußenwirtschaftsCenter Tokio jederzeit gerne zur Verfügung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gerne an Christina Schösser (+81-(0)3-3403-1777).