Japan: Industrie im KI Umbruch
Hitachi und Fanuc treiben Physical AI in Infrastruktur und Produktion voran
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Japan als weltweit führender Hersteller von Industrierobotern ist bemüht den Anschluss zu KI-unterstützten Systemen nicht zu versäumen. Anstatt wie in der Vergangenheit Japans auf eigene, oft international nicht akzeptierte Lösungen zu setzen, versuchen sich die großen Hersteller mit den Mainstream-Modellen.
Jüngstes Beispiel sind Hitachi und Fanuc. Beide setzen auf strategische Partnerschaften mit führenden KI-Unternehmen, verfolgen dabei jedoch jeweils unterschiedliche Ansätze.
Hitachi hat eine umfassende Kooperation mit Anthropic geschlossen, um sein Geschäftsmodell „Lumada 3.0“ weiterzuentwickeln und künstliche Intelligenz tief in kritische Infrastrukturen wie Energie, Verkehr, Fertigung und Finanzsysteme zu integrieren. Dabei verbindet das Unternehmen seine langjährige Erfahrung in IT, Operational Technology und industriellen Lösungen mit den leistungsstarken und sicherheitsorientierten KI-Modellen von Anthropic, insbesondere Claude. Parallel dazu treibt Hitachi eine umfassende interne Transformation voran. Rund 290.000 Mitarbeiter sollen KI-gestützt arbeiten und etwa 100.000 gezielt zu KI-Fachkräften ausgebildet werden. Diese „Customer-Zero“-Strategie dient als praktische Testumgebung für neue Lösungen, die anschließend in Kundenangebote überführt werden. Ergänzend entsteht mit dem „Frontier AI Deployment Center“ eine globale Organisation, die den industriellen Einsatz von KI standardisieren und skalieren soll.
Fanuc hingegen konzentriert sich auf die konkrete Umsetzung von KI in der industriellen Robotik. Gemeinsam mit Googles Tochter Intrinsic integriert das Unternehmen eine KI basierte Softwareplattform sowie das Entwicklungswerkzeug Flowstate in sein gesamtes Roboterportfolio. Ziel ist es, den Zugang zu KI für Entwickler und Integratoren deutlich zu vereinfachen und den Einsatz in der Produktion zu beschleunigen.
Während Hitachi auf ein integriertes, unternehmenszentriertes System setzt, verfolgt Fanuc eine offene Strategie und stützt sich stark auf Standards wie die Robotikplattform ROS. Durch die Kombination von Intrinsic, offenen Tools, Digital Twins und Simulation sollen Entwicklungszeiten verkürzt und der Übergang von der Planung in die industrielle Praxis erleichtert werden. Fanuc zeigt bereits konkrete Einsatzmöglichkeiten, bei denen KI‑Agenten auf Basis von Google Gemini sprachbasierte Anweisungen verstehen, Objekte erkennen und Roboter eigenständig steuern. Dadurch wird die klassische Programmierung zunehmend durch eine intuitive Interaktion ersetzt. Die Dynamik im Markt ist deutlich erkennbar, da Fanuc bereits über 1.000 Physical AI Roboter ausgeliefert hat und die Nachfrage weiterhin steigt.
Insgesamt zeigt sich ein grundlegender Wandel. Künstliche Intelligenz beschränkt sich nicht mehr auf Analyse und Entscheidungsunterstützung, sondern übernimmt zunehmend die Steuerung physischer Prozesse. Während Hitachi auf sichere, skalierbare KI für kritische Infrastrukturen und unternehmensweite Transformation setzt, treibt Fanuc die breite Anwendung von KI in der Robotik durch offene Plattformen und Entwicklerfreundlichkeit voran. Beide Ansätze beschleunigen gemeinsam den Übergang zur Physical AI und reichen dabei von der Fabrikhalle bis hin zur gesellschaftskritischen Infrastruktur.
Sie haben noch Fragen zu diesem Thema oder zum Markt Japan allgemein? Dann hilft Ihnen Arnold Ackerer (+81-3-34031777) im AußenwirtschaftsCenter Tokio gerne weiter.