Japans MMX-Mission nimmt Kurs auf Marsmond Phobos
H3-Rakete bringt japanische Sonde auf den Weg zur weltweit ersten Probenrückführung aus dem Marssystem
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Japan Aerospace/SicherheitJapans Raumfahrtprogramm feiert den nächsten Meilenstein: am 20. Oktober 2026 schoß die japanische Raumfahrtagentur JAXA die Sonde MMX vom Tanegashima Space Center auf ihre Reise zum Marsmond Phobos. Die H3-Rakete des Flugs Nr. 10 absolvierte den Start planmäßig und setzte die Sonde rund 71 Minuten später auf ihre vorgesehene Flugbahn aus.
Der erfolgreiche Start knüpft an die jüngsten Fortschritte des japanischen H3-Programms an. Nachdem die neue Trägerrakete im Juni 2026 bereits sechs kleine Satelliten erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht hatte, kommt sie mit MMX nun erstmals bei einer interplanetaren Mission zum Einsatz. Damit erzielt das H3-Programm einen weiteren technologischen Entwicklungsschritt.
Die Abkürzung MMX steht für „Martian Moons eXploration“. Die fünfjährige Mission soll die beiden Marsmonde Phobos und Deimos untersuchen und klären, wie sie entstanden sind. Wissenschaftlich ist insbesondere die Frage relevant, ob es sich bei den Monden um eingefangene Asteroiden handelt oder ob sie aus Material entstanden sind, das nach einem großen Einschlag aus dem Mars herausgeschleudert wurde. Die Ergebnisse sollen außerdem neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Marssystems, den Transport von Wasser und organischem Material sowie die Entstehung bewohnbarer Planeten liefern.
MMX soll 2027 das Marssystem erreichen und anschließend mit detaillierten Beobachtungen von Phobos beginnen. Geplant sind zwei Landungen auf der Oberfläche des Marsmonds, bei denen insgesamt mindestens 10 Gramm Material gesammelt werden sollen. Ein kleiner Rover soll die Oberflächenbeschaffenheit untersuchen und die Vorbereitung der weiteren Landungen unterstützen. Nach einem zusätzlichen Vorbeiflug am kleineren Marsmond Deimos soll die Sonde 2030 ihre Rückreise antreten. Die Rückkehr der Probenkapsel zur Erde ist für 2031 vorgesehen.
Die Mission ist die bislang größte, von Japan geleitete internationale Zusammenarbeit im Bereich der Mond- und Planetenerkundung. Beteiligt sind unter anderem die US-amerikanische Raumfahrtagentur NASA, die französische Raumfahrtagentur CNES, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die Europäische Weltraumorganisation ESA. Deutschland und Frankreich entwickelten gemeinsam den Rover Idefix, während die ESA unter anderem Kommunikationsausrüstung sowie Bodenstationen für die Steuerung und Datenübertragung bereitstellt.
Gelingt die Rückkehr wie geplant, wäre MMX die erste Mission, die Material aus dem Marssystem zur Erde bringt. Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn soll das Vorhaben wichtige Technologien für künftige Tiefenraummissionen demonstrieren. Dazu zählen Landungen auf kleinen Himmelskörpern, die Probenentnahme, die Kommunikation über große Entfernungen und eine vollständige Hin- und Rückreise zwischen Erde und Marssystem.
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