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Blaue Wellen im Wasser, Weichzeichner-Effekt
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Japan: Neue Tiefsee Technologie soll Seltene Erden sichern

Tokio testet erstmals kontinuierliche Förderung seltenerdhaltigen Schlamms aus 6.000 Metern Tiefe

Lesedauer: 1 Minute

Japan Bergbau Metalle/Verarbeitung

Japan hat am 12. Jänner 2026 eine einmonatige Testmission gestartet, um seltene Erden aus Tiefseeschlamm zu gewinnen und die Abhängigkeit von anderen Ländern bei kritischen Mineralien zu reduzieren. Ein Forschungsschiff fährt dafür zum Minamitori‑Atoll (rund 1.900 km südöstlich von Tokio) mit dem Ziel, Schlamm kontinuierlich aus einer Rekordtiefe von rund sechs Kilometern an die Oberfläche zu befördern. Die Rückkehr ist für 14. Februar 2026 geplant.

Das Projekt ist Teil des „Strategic Innovation Promotion Program (SIP)“ an dem mehrere Ministerien beteiligt sind. Verantwortlich für die Durchführeung dieser Testmission ist die Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC)

Kritisches Timing

Der Schritt erfolgt nach verschärften Exportrestriktionen aus China, welches zuletzt den Export von gewissen Dual‑Use‑Gütern nach Japan untersagte, darunter auch wichtige Mineralien. Zusätzlich wird über breitere Einschränkungen bei seltenen Erden berichtet. Obwohl Japan in letzten Jahren die Abhängigkeit von chinesischen seltenen Erde Materialien von rund 90% auf circa 60% reduziert hat, ist das Land speziell in Industrien wie Elektro- und Hybridfahrzeugen noch fast absolut auf Chinas Rohstoffe angewiesen.

Rohstoffe werden damit noch stärker zum geopolitischen Faktor. Bei früheren Erhebungsmission nahe Minamitori wurden chinesische Marineeinheiten in der Umgebung beobachtet, ein Indiz für steigende strategische Aufmerksamkeit.

Relevanz für österreichische Unternehmen

Trotz steigenden Spannungen und Unsicherheit in Handel und Geopolitik bleibt Asien-Pazifiks Wachstumsmotor wichtig. Österreichische Unternehmen erwirtschafteten 2024 in der Region 11,1% des Warenhandels. Zudem besteht ein ungenutztes Exportpotenzial von 14,2 Mrd. USD in Süd‑/Südost‑/Ost- Asien, unter anderem in Metallen. Unternehmen sollten daher Lieferketten‑Risiken, Preisvolatilität und Compliance‑Anforderungen in rohstoffnahen Branchen aktiv monitoren.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an das AußenwirtschaftsCenter Tokio (+81-3-34031777).

Stand: 22.01.2026

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