Handelskrieg: Kanada kündigt Vergeltungszölle gegen USA an
Ottawa reagiert auf die US-Strafzölle mit umfangreichen Gegenzöllen und milliardenschweren Unterstützungspaketen für Wirtschaft und Beschäftigte
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KanadaNach dem Scheitern der Handelsgespräche mit den USA am 21.08.2026 hat die kanadische Regierung eine Liste von knapp 900 US-Produkten veröffentlicht, die ab 8. September mit Gegenzöllen belegt werden. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die von Donald Trump verhängten 50-prozentigen Strafzölle auf kanadische Waren im Wert von 27,6 kanadischen Dollar. Damit möchte Ottawa die US-Zölle möglichst spiegelbildlich beantworten und den wirtschaftlichen Druck auf die USA erhöhen.
Die Gegenzölle betreffen sowohl Industrieerzeugnisse als auch zahlreiche Konsumgüter. Besonders betroffen sind Stahl- und Aluminiumprodukte, deren bestehende Einfuhrzölle von 25 % auf 50 % angehoben werden. Darüber hinaus werden erstmals zahlreiche bisher zollfrei eingeführte US-Waren, darunter Netzwerktechnik, Möbel, Bekleidung, Videospielkonsolen und Freizeitartikel mit zusätzlichen Abgaben belegt.
Insgesamt erfasst die Maßnahme US-Importe im Wert von rund 28 kanadischen Dollar. Eine detaillierte Übersicht aller von den Gegenzöllen betroffenen Produkte hat die kanadische Regierung auf ihrer Website veröffentlicht.
Während die Gegenzölle insbesondere US-Exporteure in einzelnen Bundesstaaten wie Ohio, Pennsylvania oder Maine treffen sollen, ist zugleich mit höheren Preisen für kanadische Unternehmen und Konsument:innen zu rechnen. Beobachter gehen davon aus, dass ein Teil der zusätzlichen Kosten entlang der Lieferketten weitergegeben wird.
Die kanadische Regierung hat bereits ein umfangreiches Unterstützungspaket im Umfang von 7,5 Milliarden CAD angekündigt, um Unternehmen, Arbeitnehmer und Konsumenten vor den wirtschaftlichen Folgen des Handelskonflikts zu schützen. Ein umfassender Überblick über die einzelnen Unterstützungsmaßnahmen ist auf der Website der kanadischen Regierung abrufbar.Im Mittelpunkt stehen Liquiditätshilfen für besonders betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Gleichzeitig will die Regierung Unternehmen bei der Diversifizierung ihrer Märkte und Lieferketten unterstützen. Für Arbeitnehmer werden die Leistungen der Arbeitslosenversicherung erweitert und Programme zur Arbeitsplatzsicherung sowie Umschulung ausgebaut.
Auch größere Unternehmen erhalten verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten. Insgesamt verfolgt Ottawa damit das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der kanadischen Wirtschaft zu stärken, Beschäftigung zu sichern und die negativen Auswirkungen der US-Zölle auf Unternehmen und Verbraucher abzufedern.
Für weitere Informationen oder allgemeine Fragen zum kanadischen Markt wenden Sie sich bitte an Mag. Gregor Postl.