Namibia: Neue Offshore-Funde stärken den Energiesektor
Milliardeninvestitionen und wirtschaftliche Herausforderungen
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Namibia Energiewirtschaft Beratung EngineeringDie Entdeckung von Ölvorkommen vor der Küste Namibias hat in den letzten Jahren zu erheblichen ausländischen Investitionen geführt. Seit 2021 wurden 74,4 Milliarden N$ (Namibia-Dollar) ausländische Direktinvestitionen verzeichnet, was etwa 56 % der gesamten Zuflüsse ausmacht. Des Weiteren hat die Branche 30 % zu den Bruttoanlageninvestitionen beigetragen, die als Maßstab für die neue Wertschöpfung in der Wirtschaft durch feste Infrastruktur oder Maschinen dienen. Dennoch blieb der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt gering, da nicht alle Investitionen im Zusammenhang mit der Ölförderung in Namibia selbst getätigt werden.
Seit den Öl- und Gasfunden sind die Importe für den Sektor deutlich gestiegen. Dabei handelt es sich jedoch überwiegend um Dienstleistungen und weniger um Waren. Mehr als ein Drittel aller Dienstleistungsimporte Namibias entfällt inzwischen auf die Öl- und Gasindustrie. Dazu zählen unter anderem technische Beratungsleistungen, Ingenieurdienstleistungen, geologische Analysen sowie weitere spezialisierte Fachleistungen, die derzeit nur in begrenztem Umfang im Land verfügbar sind. Der Anteil der Branche an den Warenimporten liegt hingegen bei lediglich 1 %. Dies verdeutlicht die noch bestehenden Kapazitätsengpässe der namibischen Wirtschaft und die Abhängigkeit von internationalem Know-how in der aktuellen Entwicklungsphase des Sektors.
Der Gouverneur der Bank, Ebson Uanguta, betonte, dass das Land sich darauf vorbereiten müsse, Öl und Gas für das Wachstum der gesamten Wirtschaft zu nutzen. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass Öl und Gas eine diversifizierte und widerstandsfähige Wirtschaft stärken, anstatt die Abhängigkeit von einem weiteren Rohstoff zu vertiefen. Zudem rechnet er damit, dass die Öl- und Gasindustrie nicht nur Auswirkungen auf die lokale Beteiligung, Arbeitsplätze und die Umwelt haben wird, sondern auch auf den Finanzsektor. Umfangreiche Kapitalströme und Exporte könnten erhebliche Auswirkungen auf die Inflation haben.
Laut Daten von Wood Mackenzie, einem führenden Anbieter von Daten, Analysen und Einblicken für die Energie- und Rohstoffbranche, könnte die Fördermenge von Öl noch vor 2033 500.000 Barrel pro Tag übersteigen. Den Daten zufolge könnten dadurch Investitionen im Upstream-Bereich von bis zu 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausgelöst werden.
Für österreichische Unternehmen eröffnen sich durch den Aufbau der namibischen Öl- und Gasindustrie vielfältige Geschäftsmöglichkeiten. Besonders gefragt sind Technologien und Dienstleistungen in den Bereichen Maschinenbau, Infrastruktur, Umwelt- und Wassertechnik, Energietechnik sowie berufliche Aus- und Weiterbildung. Da Namibia derzeit noch über begrenzte lokale Kapazitäten verfügt und einen Großteil der benötigten Dienstleistungen importieren muss, können österreichische Anbieter mit ihrem Know-how einen Beitrag zum Aufbau von Lieferketten, technischer Infrastruktur und nachhaltigen Industriestandards leisten. Langfristig ergeben sich zudem Chancen in den Bereichen erneuerbare Energien und industrielle Diversifizierung, die Namibia parallel zur Entwicklung des Energiesektors anstrebt.
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