Niederlande wechseln zu europäischer Cloud: Schluss mit der Abhängigkeit von US-Tech-Giganten
Den Haag schließt Rahmenvertrag mit STACKIT ab und setzt klares Signal für digitale Souveränität
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Die niederländische Regierung hat einen wegweisenden Schritt in Richtung digitaler Souveränität gesetzt. Künftig steht es sämtlichen staatlichen Organisationen frei, ihre Cloud-Dienste von US-amerikanischen Anbietern wie Google, Microsoft oder Amazon auf den europäischen Provider STACKIT zu verlagern. Grundlage dafür ist ein Rahmenvertrag, welchen Den Haag mit STACKIT, der Cloud-Sparte der deutschen Schwarz Gruppe, abgeschlossen hat. Die Schwarz-Gruppe ist der Mutterkonzern von Lidl und Kaufland und STACKIT betreibt unter anderem ein Rechenzentrum in Ostermiething in Oberösterreich.
Der Vertrag stellt sicher, dass alle Daten ausschließlich innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gespeichert werden und somit vor dem Zugriff durch Drittstaaten geschützt sind. Zudem enthält er eine klare Sicherheitsklausel: Sollte STACKIT jemals in außereuropäische Hände fallen, tritt die Vereinbarung automatisch außer Kraft.
Der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist kein Zufall. In den Niederlanden wächst die Sorge über digitale Abhängigkeiten zunehmend. Zuletzt hatte insbesondere die drohende Übernahme von Solvinity, dem Betreiber von DigiD (niederländisches Pendant zur ID Austria), durch den New Yorker IT-Konzern Kyndryl eine intensive politische Debatte ausgelöst.
Möchten Sie mehr über Digitalisierung in den Niederlanden erfahren? Herr Andreas Rodler vom AußenwirtschaftsCenter Den Haag ist gerne für Sie da.