Nigeria: Medizintourismus ins Ausland wird weniger
Investitionen in spezialisierte medizinische Einrichtungen im Land tragen dazu bei
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NigeriaIm ersten Halbjahr 2025 verzeichnete Nigeria einen auffallenden Rückgang der Ausgaben für Medizintourismus. Laut der Central Bank of Nigeria sanken diese um um 96,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, und zwar von rund USD 2,38 Mio. USD (Jänner bis Juni 2024) auf USD 0,09 Mio. im gleichen Zeitraum 2025.
Diese Entwicklung deutet weniger auf vorübergehende wirtschaftliche Zwänge hin, sondern vielmehr auf eine strukturelle Veränderung im Gesundheitswesen.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der Ausbau der inländischen medizinischen Versorgung. Investitionen – vor allem aus dem privaten Bereich – haben zu dieser Entwicklung beigetragen.
Für viele Patientinnen und Patienten ist es nicht mehr zwingend notwendig, für spezielle Behandlungen ins Ausland zu reisen. Dies war und ist ohnehin nur für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung leistbar. Sie können nun aber mehr und mehr medizinische Leistungen, beispielsweise in den Bereichen Kardiologie, Onkologie, Orthopädie, Fertilität und Neurologie, in Nigeria in Anspruch nehmen.
Neben der gestiegenen Qualität des medizinischen Angebots könnte auch die Regulierung des Devisenmarkts eine Rolle gespielt haben. Seit Ende 2024/Anfang 2025 waren Auslandswährungszugänge für nicht-essenzielle Ausgaben, darunter medizinische Reisen, deutlich restriktiver geworden. Entscheidender als dieser wirtschaftliche Faktor dürfte aber ein gestiegenes Vertrauen in lokale Gesundheitsangebote sein.