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Hände einer Person in Nahaufnahme. Mit der linken Hand tippt sie auf einem Laptop, mit der rechten Hand auf einem Taschenrechner.
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Nigeria: Steuerreform mit Jänner 2026

Die Steuerbasis soll erweitert und das Steuersystem transparenter werden

Lesedauer: 1 Minute

Nigeria
27.01.2026

Nigeria hat mit 1.1.2026 vier harmonisierte neue Steuergesetze in Kraft gesetzt. Diese sind Teil einer umfassenden Reformagenda der Regierung, mit der die Steuererhebung vereinfacht und Steuerlöcher geschlossen werden sollen. Außerdem soll die Steuerbasis verbreitert und der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt in den nächsten zwei Jahren von etwa 10 Prozent auf 18 Prozent gesteigert werden.

Von großer Bedeutung für KMU ist die deutlich ausgeweitete Steuerbefreiung für kleine Unternehmen: Firmen mit einem Umsatz bis 100 Mio. Naira (ca. 60.000 Euro) und Vermögenswerten bis 250 Mio. Naira (ca. 150.000 Euro) sind künftig von Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer und Entwicklungsabgabe befreit. Dies wird als starker Impuls zur Stützung von kleinen und mittleren Unternehmen gesehen.

Modernisiert wurde außerdem die Steuerverwaltung, die Nigeria Revenue Service (NRS). Unternehmen müssen sich auf umfassende digitale Compliance-Prozesse einstellen, mit verpflichtendem E‑Invoicing sowie digitaler Steuererklärung.

Große Änderungen gibt es auch bei der Investitionsförderung: Das bisherige Pioneer Status Incentive, das steuerfreie Gewinnphasen vorsah, wird durch das neue Economic Development Incentive (EDI) ersetzt. Statt gewinnbasierter, befristeter Steuerbefreiungen erhalten Unternehmen nun jährlich 5 % Steuergutschrift auf Investitionsausgaben über fünf Jahre. Dadurch soll der Missbrauch früherer Anreizmodelle erschwert werden.

Für große Konzerne verschärfen die Reformen die Regeln spürbar: Unternehmen mit über 50 Mrd. Naira Umsatz (ca. 30 Mio. Euro) unterliegen einem Mindeststeuersatz in Höhe von 15 % (Minimum Effective Tax Rate – ETR). Gewinnverschiebungen zur Steuerreduktion sollen dadurch unterbunden werden.

Ein zentrales Element der Reform ist die Senkung der Körperschaftsteuer auf 25 %.

Eine Vielzahl von sektorspezifischen Abgaben wurde durch eine einheitliche Entwicklungsabgabe in Höhe von 4 % ersetzt.

Volkswirtschaftlich könnte die Reform zu einem robusteren Einnahmesystem und einem attraktiveren Investitionsklima führen. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von über 4 % prognostiziert.

Inwieweit diese umfassende Reform in der Praxis umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Lokale Medien berichten von vielen offenen Fragen zur Umsetzung sowie Unklarheiten für Unternehmen und Arbeitnehmer.

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