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Grafische Darstellung einer Computerplatine, im Zentrum Umriss eines Kopfes in dem Gehirn mit Schriftzug AI abgebildet ist
© Shuo | stock.adobe.com

Norwegen plant eines der größten Rechenzentren Europas

Was das Rechenzentrum in Tydal besonders macht

Lesedauer: 3 Minuten

Norwegen Anlagenbau/Smart Factory Software & IT
17.03.2026

Im kleinen norwegischen Weiler Kirkvollen in der Gemeinde Tydal, rund 120 Kilometer östlich von der drittgrößten Stadt Trondheim gelegen, entsteht derzeit eines der größten KI-Rechenzentren Europas. Das Projekt eröffnet auch österreichischen Unternehmen Geschäftschancen, denn obwohl zentrale Bau- und Entwicklungsaufträge bereits vergeben sind, ist die Lieferkette des Projekts noch nicht vollständig geschlossen. Das Vertragsvolumen beläuft sich über die 16-jährige Laufzeit auf 45 Mrd. NOK (ca. 4,2 Mrd. Euro). 

Norwegen setzt auf KI und Wasserkraft

Das Besondere an diesem Projekt ist die Kombination aus Größe, KI-Fokus, Energieversorgung aus 100 % Wasserkraft. Künstliche Intelligenz braucht nicht nur Software und Chips, sondern vor allem eine enorme Rechenkapazität. Dafür wiederum sind große Mengen Strom, leistungsfähige Netze, effiziente Kühlung und hochspezialisierte technische Infrastruktur erforderlich. Wie dynamisch sich dieser Markt entwickelt, zeigt das Projekt in Kirkvollen. Dort wird eine bestehende Infrastruktur, die ursprünglich für das Mining von Kryptowährungen errichtet wurde, zu einem Rechenzentrum für künstliche Intelligenz (KI) und High-Performance Computing (HPC) umgebaut. 

Das von Tydal Data Center (NO) und Bitdeer Technologies (SG) entwickelte Zentrum soll eine installierte Leistung von rund 180 Megawatt erreichen. Zum Einsatz kommen soll unter anderem die nächste Generation der KI-Technologie von NVIDIA. Die erste Bauphase soll Ende 2026 in Betrieb gehen, eine zweite Phase ist für das 1. Quartal 2027 vorgesehen. Die erste Ausbaustufe soll ab Ende 2026 verfügbar sein, die zweite soll im ersten Quartal 2027 folgen.

Das Rechenzentrum wird auf sogenannte „Colocation“ ausgelegt. Kunden können dort ihre eigene Hochleistungs-Hardware betreiben, ohne selbst eine entsprechende Infrastruktur errichten zu müssen. Nach seiner Fertigstellung soll Tydal das größte operative KI-Rechenzentrum Norwegens und eines der größten Europas nach installierter Leistung sein.

Ein wichtiger Standortvorteil ist die Energieversorgung. Norwegen verfügt über große Mengen erneuerbarer Wasserkraft, während das nordische Klima die energieintensive Kühlung von Rechenzentren begünstigt. Damit wird Tydal zu einem Beispiel für einen gesamteuropäischen Trend: Standorte mit ausreichend verfügbarer, möglichst klimafreundlicher Energie werden für den Ausbau der KI-Infrastruktur zunehmend strategisch interessant.

Vom KI-Boom profitieren auch Industrie und Technik

Für Zulieferunternehmen ist dabei besonders relevant, dass ein KI-Rechenzentrum weit mehr benötigt als Server und Prozessoren. Hinter der eigentlichen Rechenleistung steht eine komplexe technische Infrastruktur. Gefragt sind unter anderem Lösungen für Stromversorgung und Energieverteilung, Schaltanlagen, Notstrom- und USV-Systeme, Kühlung und Wärmemanagement, Gebäudeautomation, Sensorik, Brandschutz und Sicherheitstechnik. Hinzu kommen Engineering, Installation, Wartung und laufendes technisches Monitoring.

Auch das Thema „Energieeffizienz“ gewinnt an Bedeutung. Je leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto größer werden die Anforderungen an Stromversorgung und Kühlung. Gleichzeitig steigt der Druck, den Energieverbrauch möglichst effizient zu gestalten. Tydal zeigt zudem, dass auch die Nutzung von Abwärme zum Bestandteil solcher Projekte werden kann. 

Das Projekt ist deshalb auch aus österreichischer Sicht ein interessantes Signal. Der KI-Boom schafft nicht nur Nachfrage bei Softwareentwicklern und Chipproduzenten. Rund um die notwendige Infrastruktur entsteht ein eigener, wachsender Markt. Anbieter, die technologisches Spezialwissen mit internationaler Projekterfahrung verbinden, können davon profitieren. 

Unternehmen, die sich über mögliche Beteiligungs-, Zuliefer- oder Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen des Tydal-Projekts informieren möchten, können sich direkt an Tydal Data Center wenden. 

Ansprechpartner für Projekt- und Geschäftsanfragen

Haakon Bryhni
Chairman Tydal Data Center
E bryhni@tydaldatacenter.no
T +47 952 23 048 

Tina Berggård
Pressekontakt
E tb@morlandjohnsen.no
T +47 472 58 919

Für Fragen steht Ihnen zudem unser Team des AußenwirtschaftsBüros in Oslo jederzeit gerne zur  Verfügung.