Zum Inhalt springen
Nahaufnahme von Halbleitern in den Farben Blau, Rosa und Türkis
© xiaoliangge | stock.adobe.com

Übersicht US-Zölle auf Halbleiter, Halbleiterfertigungsgeräte und Derivatprodukte

Aktuelle Maßnahmen, betroffene Produktgruppen und Rechtgsrundlage

Lesedauer: 1 Minute

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
USA Elektro/Elektronik/Mechatronik Software & IT
Stand: 07.04.2026

Die US‑Regierung hat für Halbleiter, Halbleiterfertigungsgeräte sowie deren Derivatprodukte sektorale Maßnahmen auf Grundlage von Section232 des Trade Expansion Act von 1962 ergriffen, um nationale Sicherheitsinteressen, die technologische Führungsfähigkeit der inländischen Halbleiterindustrie sowie die Stabilität kritischer Liefer‑ und Wertschöpfungsketten zu schützen. Ziel ist es, die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von ausländischen Hochleistungs‑Chips und Schlüsseltechnologien in sicherheits‑ und infrastrukturrelevanten Bereichen zu reduzieren.

Was gilt aktuell?

Mit Presidential Proclamation 11002 vom 14. Januar 2026 wird auf Grundlage von Section 232 die Anpassung entsprechender Importe, einschließlich der Einführung zusätzlicher Zölle sowie weiterer begleitender Maßnahmen zur Absicherung der inländischen Liefer‑ und Produktionskapazitäten angeordnet.

Betroffene Produkte

Mit Wirksamkeit ab 15. Januar 2026 wurde ein sofortiger Zoll von 25 % (ad valorem) auf bestimmte fortgeschrittene Halbleiter und entsprechende Derivatprodukte eingeführt. Betroffen sind insbesondere Waren, die unter folgenden HTSUS‑Positionen eingereiht werden:

  • 8471.50
  • 8471.80
  • 8473.30

Der Zoll gilt für logische integrierte Schaltkreise sowie Erzeugnisse, die solche enthalten, sofern sie definierte technische Leistungsparameter überschreiten. Die Umsetzung erfolgt über HTSUS‑Position 9903.79.01.

Ausnahmen und begünstigte Verwendungen      

Von den zusätzlichen Section‑232‑Zöllen ausgenommen sind insbesondere:

  • Halbleiter und Derivatprodukte, die für den Bau oder Betrieb von Rechen‑ und Datenzentren in den USA bestimmt sind,
  • Importe für Reparatur‑ und Ersatzteile,
  • Produkte für Forschung und Entwicklung,
  • bestimmte Verbraucher‑ und zivilindustrielle Anwendungen, sofern sie nicht unter die technischen Schwellenwerte fallen.

Diese Ausnahmen werden über eigene Chapter‑99‑Positionen mit 0% Zollsatz umgesetzt (u. a. 9903.79.03–9903.79.05).

Verhandlungsphase und mögliche Folge­maßnahmen

Neben den sofortigen Zöllen sieht die Proklamation einen verhandlungsbasierten Ansatz vor. Innerhalb von 90 Tagen ab Erlass der Proklamation (d. h. bis 14. April 2026) sollen Abkommen mit relevanten Handelspartnern ausgearbeitet werden. Ziel dieser Gespräche ist es, die identifizierten Sicherheitsrisiken durch handelspolitische Verpflichtungen zu reduzieren. Sollten die Verhandlungen nicht erfolgreich sein, behält sich der Präsident ausdrücklich vor, höhere Zollsätze einzuführen und ein Tarif‑Offset‑Programm zugunsten von US‑Investoren und inländischen Produktions‑ und F&E‑Investitionen festzulegen.

Präsidentielle Rechtsakte und Rechtsgrundlage

Die sektoralen Maßnahmen beruhen auf der Presidential Proclamation 11002 vom 14. Januar 2026.

Rechtliche Grundlage ist Section 232 des Trade Expansion Act von 1962. Hintergrund ist eine Section‑232‑Untersuchung des Department of Commerce, in der festgestellt wurde, dass umfangreiche Importe in diesem Technologiebereich die nationale Sicherheit, die Verteidigungsfähigkeit, die industrielle Basis sowie kritische Infrastruktursektoren der Vereinigten Staaten gefährden können.

Weitere interessante Artikel
  • Ein Zollbeamter blättert Zollpapiere durch

    08.04.2026

    USA: Section 122 (des Trade Act von 1974)
    Weiterlesen
  • Ein Traktor fährt über ein Feld mit Pflanzen und verteilt über dieses mit einer Vorrichtung Pestizide

    15.01.2026

    Japans Agrarbudget FY2026 – Chancen für europäische Unternehmen
    Weiterlesen
  • Grafische Darstellung einer Computerplatine, im Zentrum Umriss eines Kopfes in dem Gehirn mit Schriftzug AI abgebildet ist

    17.03.2026

    Norwegen: KI‑Datacenter offen für internationale Partner
    Weiterlesen