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Innenausstattung eines Raumes in Japan mit drei Fenstern
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Nachhaltiges Bauen in Japan

Aktuelle Entwicklungen und Exportpotenziale im japanischen Bausektor

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22.05.2026

Aus historischer Sicht wäre Japan prädestiniert, ein Land des Holzbaus und des nachhaltigen Bauens zu sein. Zu den bekanntesten Beispielen zählen der Hōryū-ji-Tempel in Nara (Baujahr 607) sowie weitere UNESCO-Welterbestätten wie Yakushi-ji oder die Schreinanlagen von Ise. Holzbau ist damit tief in der japanischen Baukultur verankert.

Im 20. Jahrhundert hat sich Japan jedoch – vor allem in urbanen Räumen – weitgehend vom nachhaltigen Bauen entfernt. Während bei Einfamilienhäusern Holz weiterhin häufig zum Einsatz kommt, dominieren bei größeren Gebäuden Stahl und Beton. Diese gelten oft als wenig energieeffizient, insbesondere aufgrund unzureichender Dämmung im Mietwohnungsbereich. Entsprechend hoch ist der Einsatz von Klimaanlagen, die sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen genutzt werden. In den letzten Jahren ist jedoch ein deutlicher Wandel erkennbar. Architekt:innen wie Kengo Kuma tragen wesentlich dazu bei, Holz wieder in den Fokus moderner Architektur zu rücken. Gleichzeitig verfolgt Japan das Ziel, den Holzanteil im Bau zur Reduktion von CO₂-Emissionen deutlich zu erhöhen.

Ein aktuelles Vorzeigeprojekt ist ein 18-stöckiges Holz-Hochhaus in Nihonbashi (Tokio), das bis 2026 fertiggestellt werden soll. Mit 84 Metern Höhe und rund 28.000 m² Nutzfläche wird es das größte Holzgebäude Japans sein. Innovative Brandschutztechnologien ermöglichen erstmals eine Feuerwiderstandsdauer von bis zu drei Stunden, während die CO₂-Emissionen im Bau um rund 30 % unter jenem konventionellen Gebäude liegen.

Der Trend zu nachhaltigem Holzbau zeigt sich auch in weiteren Projekten, etwa einem 44 Meter hohen Holzgebäude (Obayashi, 2022) sowie geplanten Hochhäusern mit bis zu 100 Metern Höhe. Bereits realisierte Konzepte wie „Forestgate Daikanyama“ von Kengo Kuma verdeutlichen, wie Holz, Durchlüftung und Begrünung erfolgreich in urbanen Raum integriert werden können.

Auch regulatorisch setzt Tokio Maßstäbe: Im Rahmen des Green Building Programms gilt seit 2010 ein verpflichtendes Cap-and-Trade-System für große Gebäude. Energieineffiziente Objekte müssen entweder saniert oder höhere CO₂-Kosten tragen. Im privaten Wohnbau haben sich zwar Zero-Energy-Houses etabliert, deren Anteil lag 2021 jedoch erst bei etwas über 10 %.

Chancen für Österreich

Für österreichische Unternehmen ergeben sich insbesondere im Bereich hochwertiger, energieeffizienter Baumaterialien und Holzbaulösungen gute Marktchancen. Erfolgreich sind Strategien, die Architekturbüros, Bauunternehmen und Importeure gleichermaßen einbinden und auf konkrete Referenzprojekte sowie B2B-Formate setzen. Zusätzliche Vernetzung bietet die 2023 gegründete Japan–Austria Architecture & Culture Association (JAACA).

Für österreichische Firmen organisiert die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA praxisorientierte Veranstaltungen, Seminare, Demonstrationen sowie B2B-Meetings und Messeauftritte vor Ort, um den Marktzugang weiter zu fördern.

Sie haben noch Fragen zu diesem Thema oder zum Markt Japan allgemein?

Dann hilft Ihnen
AußenwirtschaftsCenter Tokio 
Luigi Finocchiaro
T +81-3-34031777

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