Die Nordics im Herbst 2026
Robust trotz geopolitischer Ungewissheit
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Dänemark Finnland Norwegen Schweden Energiewirtschaft Software & ITDie nordischen Volkswirtschaften überraschen positiv und zeigen eine stärkere Dynamik als ursprünglich erwartet. Die Danske Bank hat Anfang September ihre Wachstumsprognosen insbesondere für Schweden und Finnland nach oben revidiert, da die wirtschaftliche Erholung in beiden Ländern zunehmend an Fahrt gewinnt.
Für 2026 erwartet die Danske Bank ein BIP-Wachstum von 2,8 % in Schweden und 1,8 % in Finnland. Wachstumstreiber sind in beiden Ländern der private Konsum sowie die Exportwirtschaft. In Schweden kommen zudem verstärkte Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur hinzu, in Finnland tragen darüber hinaus Investitionen in Rechenzentren zur positiven Entwicklung bei.
In Schweden fanden am 13. September Parlamentswahlen statt. Die Zusammensetzung der künftigen Regierung ist derzeit jedoch noch offen.
Für österreichische Unternehmen wichtig
Wegen des breiten Konsenses in Kernfragen dürfte die fiskalpolitische Linie mit Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur bestehen bleiben.
In Finnland zeigt sich nach mehreren wirtschaftlich herausfordernden Jahren erstmals eine spürbare Erholung. Zwar bleibt die Arbeitslosigkeit weiterhin eine Herausforderung, doch wird erwartet, dass das anziehende Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren zu einer Verbesserung am Arbeitsmarkt beiträgt.
Zudem hat das Verbrauchervertrauen erstmals seit 2022 wieder seinen langjährigen Durchschnitt erreicht. Zusätzliche Impulse kommen von umfangreichen Investitionen in die digitale Infrastruktur, die insbesondere die Bauwirtschaft merklich beleben.
In Dänemark ist das Geschäftsklima so positiv wie seit Jahren nicht mehr. Als wesentlicher Wachstumsmotor erweist sich dabei insbesondere die Pharmaindustrie, die maßgeblich zu den starken Wirtschaftszahlen des Landes beiträgt.
Für heimische Niederlassungen wichtig
Die Entgelttransparenzrichtlinie soll im Januar 2027 in Kraft treten, die ersten Berichte sind bis September 2028 fällig. Dänemark geht dabei über die EU-Vorgaben hinaus: Auch Arbeitgeber mit 50 bis 99 Beschäftigten müssen unter bestimmten Bedingungen berichten.
In Norwegen kühlt sich die Dynamik der Festlandökonomie spürbar ab. Belastet werden vor allem zinssensible Sektoren, insbesondere der private Konsum und die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Stabilisiert wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung jedoch durch eine starke öffentliche Nachfrage und anhaltend hohe Exporterlöse.
Und da Norwegen EWR-, aber kein EU-Mitglied ist, bleiben Zollformalitäten beim Warenverkehr ein Thema.
Strom als Standortfaktor: Netzausbau und Rechenzentren
Die industrielle Transformation im Norden hängt vor allem an einer Frage: Wo gibt es genug Strom und Netzkapazität? Schweden rechnet damit, dass sich der jährliche Stromverbrauch bis 2045 auf mindestens 300 TWh mehr als verdoppelt. Entsprechend groß sind die Investitionspläne der Netzbetreiber: Svenska kraftnät plant bis 2035 rund 20,7 Milliarden Euro, Statnett in Norwegen über 150 Milliarden Kronen im kommenden Jahrzehnt, Energinet in Dänemark rund 40 Milliarden Kronen bis 2028 und Fingrid in Finnland etwa 400 Millionen Euro pro Jahr.
Treiber sind große Industrieprojekte und auch Rechenzentren. Prognosen sehen den nordischen Rechenzentrumsbaumarkt bis 2031 bei rund 13,8 Milliarden US-Dollar.
Die Kehrseite: Die Anfragen für Netzanschlüsse übersteigen in allen nordischen Ländern die vorhandene und geplante Kapazität deutlich; knappe Netzkapazität wird laut den Netzbetreibern in den kommenden Jahren ein strukturelles Thema bleiben. Wer eine eigene Produktion plant, sollte die Standortwahl daher früh mit der Stromversorgung abstimmen. Regionale Differenzen in den Ländern sind auch von Relevanz.
Für Zulieferer ergeben sich breite Chancen: Transformatoren, Kabel und Schaltanlagen, Bau- und Montageleistungen, Kühl- und Automatisierungstechnik sowie Lösungen zur Abwärmenutzung, etwa für Fernwärmenetze.
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