Zum Inhalt springen
Drohnenaufnahme einer beleuchteten Öl und Gas Raffinerie bei Sonnenuntergang
© Kalyakan | stock.adobe.com

Südafrika erweitert LNG-Infrastruktur: Neuer Importterminal in East London

Strategie zur Sicherung der Energieversorgung

Lesedauer: 3 Minuten

Südafrika Energiewirtschaft
Stand: 30.09.2026

Südafrika intensiviert den Ausbau seiner Infrastruktur für Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG). Mit der geplanten Errichtung eines neuen LNG-Importterminals im Hafen von East London reagiert das Land auf die erwartete Verknappung seiner wichtigsten Erdgasquelle ab dem Jahr 2028. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Sicherung der Energieversorgung und zur Verringerung der Abhängigkeit von Gasimporten aus Mosambik.

Neues LNG-Terminal in East London ausgeschrieben

Die südafrikanische Hafenbehörde Transnet National Ports Authority (TNPA) hat eine Ausschreibung für die Entwicklung eines LNG-Importterminals im Hafen von East London veröffentlicht. Vorgesehen ist eine Konzession über 25 Jahre, innerhalb derer ein privater Betreiber die Anlage finanzieren, planen, errichten, betreiben und warten soll. Nach Ablauf der Konzessionsdauer wird die Infrastruktur an die TNPA übergeben. Das Modell soll privates Kapital mobilisieren und gleichzeitig den Staat bei der Finanzierung strategisch wichtiger Energieprojekte entlasten.

Vorbereitung auf sinkende Gaslieferungen aus Mosambik

Hintergrund des Projekts ist die zunehmende Sorge über die zukünftige Versorgung mit Erdgas. Seit Jahrzehnten stammt ein Großteil des in Südafrika genutzten Gases aus den mosambikanischen Gasfeldern Pande und Temane. Diese Vorkommen nähren das Pipeline-Netz, das insbesondere die Industrie in Südafrika versorgt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Fördermengen aus diesen Feldern ab 2028 deutlich zurückgehen werden. Die erwartete Verknappung könnte erhebliche Auswirkungen auf energieintensive Industrien sowie auf die Strom- und Wärmeversorgung haben.

Teil einer nationalen LNG-Strategie

Das geplante Terminal in East London ist nicht das einzige LNG-Projekt des Landes. Bereits zuvor wurden ähnliche Vorhaben in den Häfen Richards Bay und Ngqura angestoßen. Gemeinsam sollen diese Standorte ein Netzwerk von LNG-Importmöglichkeiten schaffen, das Südafrika flexibler bei der Beschaffung von Erdgas macht.

Mit dem Ausbau der LNG-Infrastruktur verfolgt die Regierung mehrere Ziele:

  • Sicherung der nationalen Energieversorgung
  • Diversifizierung der Gasbezugsquellen
  • Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten
  • Förderung privater Investitionen in die Energieinfrastruktur
  • Unterstützung der industriellen Entwicklung und des Wirtschaftswachstums 

Für den Hafen von East London könnte das Projekt einen bedeutenden wirtschaftlichen Impuls darstellen. Die Entwicklung eines LNG-Terminals würde Investitionen anziehen, Arbeitsplätze schaffen und die strategische Bedeutung des Hafens innerhalb der südafrikanischen Energielandschaft stärken.

Darüber hinaus könnte die Anlage künftig regionale Industriebetriebe mit Erdgas versorgen und neue Möglichkeiten für Unternehmen schaffen, die auf eine stabile und wettbewerbsfähige Energieversorgung angewiesen sind.

Mit der Aufnahme von East London in seine LNG-Ausbaupläne setzt Südafrika einen weiteren wichtigen Schritt zur Absicherung seiner Energiezukunft. Angesichts des erwarteten Rückgangs der Gasförderung in Mosambik sucht das Land nach nachhaltigen Alternativen, um Versorgungslücken zu vermeiden. Die geplanten LNG-Terminals in East London, Richards Bay und Ngqura könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen und Südafrikas Energiesicherheit langfristig stärken. 

Haben wir Ihr Interesse am Energiesektor in Südafrika geweckt? Bei Interesse können Sie das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg jederzeit per E-Mail oder Telefon kontaktieren.