Südafrika: Neue Arbeitsmarktregeln binden Fachkräftevisa an lokale Beschäftigung
Ausweitung des Trusted Employer Scheme soll Investitionen und internationale Fachkräfte anziehen sowie die lokale Wirtschaft stärken
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Südafrika Beratung Bildung"Locals First" und gezielte Fachkräfteanwerbung
Südafrika hat mit der Einführung neuer Beschäftigungs- und Einwanderungsbestimmungen einen deutlichen Kurswechsel am Arbeitsmarkt vollzogen. Im Zentrum der Reform steht das Prinzip „Locals First“, wonach südafrikanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht künftig bei der Besetzung von Arbeitsplätzen vorrangig berücksichtigt werden sollen. Gleichzeitig möchte die Regierung weiterhin internationale Fachkräfte und Investitionen ins Land holen. Um diese beiden Ziele miteinander zu verbinden, wurde das sogenannte Trusted Employer Scheme (TES) erweitert.
Das Programm richtet sich an Unternehmen, die einen nachweisbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Südafrikas leisten. Firmen, die in das TES aufgenommen werden, profitieren von einer beschleunigten Bearbeitung von Visa- und Aufenthaltsanträgen für ausländische Führungskräfte, Spezialisten und Investoren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Unternehmen strenge Anforderungen erfüllen. Dazu zählen substanzielle Investitionen im Land, die Förderung lokaler Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie ein klares Bekenntnis zur Beschäftigung südafrikanischer Arbeitskräfte.
Eine zentrale Vorgabe des neuen Systems ist, dass mindestens 60 Prozent der Belegschaft aus südafrikanischen Staatsbürgern oder Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus bestehen müssen. Damit reagiert die Regierung auf die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit im Land und auf zunehmende öffentliche Forderungen, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Einheimische zu schaffen. Insbesondere nach jüngsten Protesten gegen die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte war der politische Druck auf die Regierung deutlich gestiegen.
Besetzung von Schlüsselpositionen und Gewinnung von Spezialisten
Nach Angaben des südafrikanischen Innenministeriums soll das Trusted Employer Scheme jedoch nicht dazu dienen, den Zugang ausländischer Arbeitskräfte generell einzuschränken. Vielmehr sollen Unternehmen weiterhin die Möglichkeit haben, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, wenn die benötigten Kompetenzen auf dem lokalen Arbeitsmarkt nicht verfügbar sind. Das Programm richtet sich daher gezielt an die Besetzung von Schlüsselpositionen sowie an die Gewinnung von Spezialisten in strategisch wichtigen Branchen.
Besonders profitieren sollen Unternehmen, die an großen Infrastrukturprojekten beteiligt sind oder Südafrika als Standort für regionale beziehungsweise globale Unternehmenszentralen nutzen wollen. Die Regierung verfolgt damit das Ziel, Südafrika als führenden Investitionsstandort auf dem afrikanischen Kontinent zu stärken und bürokratische Hürden für internationale Investoren abzubauen. Unternehmen, die am Programm teilnehmen möchten, müssen zunächst eine Interessensbekundung beim Department of Home Affairs einreichen. Die Behörden prüfen anschließend, ob die Voraussetzungen erfüllt werden, und entscheiden über eine Aufnahme in das Programm. Erst nach Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Ministerium erhalten die Unternehmen Zugang zu den Vorteilen des TES.
Was bedeutet das für Österreichische Unternehmen?
Für österreichische Unternehmen bietet das erweiterte Trusted Employer Scheme sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Die stärkere Priorisierung lokaler Beschäftigung erfordert eine gezielte Personal- und Ausbildungsstrategie vor Ort. Gleichzeitig können österreichische Unternehmen, die in Südafrika investieren und lokale Wertschöpfung schaffen, von beschleunigten Visa-Verfahren und einer verbesserten Planbarkeit bei der Entsendung von Fach- und Führungskräften profitieren.
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