Südafrika: Wasserstoffprojekt an Wits University startet in Johannesburg
Neue Forschungs- und Ausbildungsplattform stärkt Südafrikas Energiewende und lokale Wertschöpfung
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Die Wits University in Johannesburg errichtet auf ihrem West Campus eine modulare Pilotanlage für grünen Wasserstoff. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Rand (etwa 5,2 Millionen Euro) wird von Air Liquide, der Universität und dem Localisation Support Fund (LSF) getragen. Ziel ist es, eine praxisnahe Plattform für Produktion, Forschung, Lehre und industrielle Tests zu schaffen.
Die Anlage nutzt Wasser und Solarenergie zur Elektrolyse und soll bei voller Kapazität etwa 2,2 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde erzeugen sowie bis zu 200 Kilogramm vor Ort speichern können. Der Wasserstoff wird für Energieversorgung auf dem Campus, für Transportprojekte wie wasserstoffbetriebene Fahrzeuge und für industrielle Anwendungen eingesetzt. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.
Das Projekt unterstützt angewandte Forschung in Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Wirtschaft. Studierende erhalten die Möglichkeit, direkt mit einer funktionierenden Anlage zu arbeiten und praktische Kompetenzen für die wachsende Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Gleichzeitig können Industriepartner Anwendungen testen, ohne eigene Produktionsanlagen errichten zu müssen.
Der LSF verfolgt das Ziel, die industrielle Basis Südafrikas zu stärken und lokale Lieferketten aufzubauen. Mit Projekten wie Wits-SAHLI wird die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen gefördert und die Integration in globale Märkte erleichtert.
Die Initiative ist Teil der nationalen Hydrogen Society Roadmap, die Südafrika bis 2030 als führenden Produzenten von grünem Wasserstoff positionieren soll. Mit einem Ziel von bis zu 500.000 Tonnen jährlich will das Land Emissionen im Transport- und Industriesektor senken und gleichzeitig neue Exportmärkte erschließen.
Durch die Kombination von Forschung, Ausbildung und industrieller Praxis trägt die Wasserstoffanlage an der Wits University dazu bei, Südafrika für die globale Energiewende zu rüsten und eine lokale Kompetenzbasis für die Zukunft aufzubauen.