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Eine große Ölraffinerieanlage. Links im Vordergrund ist ein Ölturm, aus dem Rauch aufsteigt
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Venezuela: Ölabkommen mit den USA

USA sichern sich langfristigen Zugang zu venezolanischem Erdöl

Lesedauer: 1 Minute

Venezuela Energiewirtschaft
08.09.2026

Die US-Regierung hat am 31. August 2026 erstmals Details zu einem weitreichenden Erdölabkommen mit Venezuela veröffentlicht. Das Vorhaben sieht umfangreiche Investitionen in den venezolanischen Ölsektor vor und soll zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau der venezolanischen Erdölindustrie beitragen.  

Im Zentrum der Vereinbarung steht das Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP), das nach Angaben des Weißen Hauses zu den größten privaten Ölproduzenten Venezuelas zählt.Dem Unternehmen wurden demnach Konzessionen über 17 Ölfelder mit nachgewiesenen Reserven von rund 65 Milliarden Barrel Erdöl eingeräumt. Die Laufzeit der Konzessionen soll bis zu 100 Jahre betragen. 

Das von der US-Regierung veröffentlichte Modell sieht eine enge Verflechtung zwischen NABEP und staatlichen US-Institutionen vor:

  • Die Strategic Capital Office des US-Verteidigungsministeriums soll eine Beteiligung von 35 % an der Muttergesellschaft von NABEP erhalten.
  • Das US-Außenministerium erhält das Recht, 20 % der Ölproduktion zum Produktionspreis zu erwerben.
  • Zusätzlich wurde ein Vorkaufsrecht auf die verbleibenden 80 % der Produktion vereinbart.
  • Die USA sollen zudem über ein Vetorecht bei der Besetzung des Verwaltungsrats verfügen; die Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder soll US-amerikanische Staatsbürger sein.

Das Abkommen unterliegt US-Recht und der Zuständigkeit amerikanischer Gerichte. 

Nach Angaben des Weißen Hauses plant NABEP Investitionen von bis zu 100 Mrd. USD in den Ausbau der venezolanischen Erdölinfrastruktur.

Mit dem Hochfahren der Produktion sollen in den ersten 25 Jahren Steuern und Lizenzabgaben in Höhe von rund 200 Mrd. USD für Venezuela generiert werden. Ein Teil der zusätzlichen Fördermengen soll in US-Raffinerien verarbeitet werden und unter anderem zum Wiederaufbau der strategischen Erdölreserven der USA beitragen. 

In Venezuela wird die Vereinbarung kontrovers bewertet. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, dringend benötigtes Kapital, Technologie und Know-how für die Wiederbelebung der Ölindustrie ins Land zu holen. Kritiker weisen hingegen darauf hin, dass die vorgesehenen Mitspracherechte der USA über das hinausgehen, was bei klassischen Energieinvestitionen üblich ist. Insbesondere die langfristigen Konzessionen sowie die Einflussmöglichkeiten auf Unternehmensentscheidungen werden als mögliche Einschränkung der wirtschaftlichen Souveränität Venezuelas betrachtet. Hinzu kommen offene Fragen hinsichtlich der endgültigen Vertragsbedingungen, der tatsächlichen Laufzeit und der Verteilung zukünftiger Erträge.  

Das Abkommen unterstreicht aber das wachsende Interesse internationaler Investoren am venezolanischen Energiesektor. Sollte die Umsetzung wie angekündigt erfolgen, könnten sich mittelfristig Geschäftsmöglichkeiten in Bereichen wie Öl- und Gasdienstleistungen, Infrastruktur, Ausrüstung, Engineering und Energietechnologie ergeben.

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